Familien werfen Damaskus Verzögerung bei Gefangenenfreilassung vor
In Kobanê haben Angehörige von Gefangenen deren Freilassung gefordert. Ehemalige Geiseln werfen der syrischen Übergangsregierung vor, die Umsetzung des Abkommens vom 29. Januar hinauszuzögern.
Der Rat der Familien der Gefallenen in Kobanê hat eine Kundgebung für die Freilassung von Gefangenen organisiert, die sich in der Gewalt der syrischen Übergangsregierung befinden. An der Aktion auf dem Platz der Freien Frau beteiligten sich zahlreiche Angehörige von Gefangenen. Die Teilnehmer:innen trugen Bilder ihrer im Zuge der syrischen Offensive gegen die Selbstverwaltung im Januar verschleppten Angehörigen und hielten Transparente mit Forderungen nach deren Freilassung. Die Veranstaltung begann mit einer Schweigeminute.
Ehemaliger Gefangener berichtet von Misshandlungen
Im Anschluss sprach die ehemalige Gefangene Xalid Omer, der im Rahmen des Abkommens vom 29. Januar zwischen den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) und der syrischen Übergangsregierung freigelassen worden war. Omer erklärte, dass die Geiseln während ihrer Haft schweren Misshandlungen und Folter ausgesetzt gewesen seien. „Von dem Tag unserer Gefangennahme bis zu unserer Freilassung wurden wir geschlagen und gefoltert“, sagte er. Die Betroffenen müssten unter äußerst schweren Bedingungen leben.
Vorwurf der Verzögerung bei Umsetzung des Abkommens
Der ehemalige Gefangene verwies zugleich auf das Abkommen vom 29. Januar, das die Freilassung aller Verschleppten vorsieht. Die Führung in Damaskus verzögere jedoch die Umsetzung dieser Vereinbarung, erklärte Omer. „Einer der Punkte des Abkommens ist die Freilassung aller Gefangenen und ihre Rückkehr zu ihren Familien“, sagte er. Die Gefangenenfrage werde jedoch aus politischen Interessen hinausgezögert. Der Protest endete mit den Parolen „Freiheit für die Geiseln“ und „Wir wollen unsere Gefangenen zurück“.
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