Appell der DEM-Partei: Vier Kinder aufgrund der Blockaden gestorben
Ein dringender Appell der DEM-Partei fordert die Weltgemeinschaft auf, sich Kobanê zuzuwenden und zu handeln, bevor die Zahl der Todesopfer weiter steigt: „Schweigen ist Mittäterschaft.“ Vier Kinder starben aufgrund der Blockaden bei extremer Kälte.
Die Partei der Völker für Gleichheit und Demokratie (DEM) hat einen dringenden Appell an die internationale Gemeinschaft, insbesondere die Vereinten Nationen, die Europäische Union, den Europarat, die nationalen Parlamente, Regierungschefs und internationale Menschenrechtsorganisationen, gerichtet, um eine weitere humanitäre Krise in Kobanê zu verhindern.
Der Appell beginnt wie folgt: „Wir richten diesen verzweifelten Appell an Sie, um den Todesfällen in Kobanê Einhalt zu gebieten. Berichte von Journalist:innen vor Ort, die nun auch von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) bestätigt wurden, deuten darauf hin, dass sich die Lage von einer Krise zu einer tödlichen Katastrophe verschärft hat. Lokale Quellen berichten, dass die Bedingungen jetzt noch gefährlicher sind als in den dunkelsten Tagen der IS-Ära.“
Humanitäre Katastrophe
Im weiteren wird die katastrophale Lage vor Ort detailliert ausgeführt. Lokalen Quellen zufolge fordern die Blockaden bei gleichzeitig eiskalten Temperaturen und einem Mangel an Unterkünften Todesopfer. Es wurde bestätigt, dass bereits vier Kinder aus diesen Gründen gestorben sind. „Diese Tragödie ist eine direkte Folge der Blockade, die den Zugang von Treibstoff und Hilfsgütern verhindert“, stellt die DEM-Partei klar.
Zusammenbruch der Infrastruktur und Versorgung
Rund 500.000 Zivilist:innen sind laut des DEM-Appells eingeschlossen, ohne Zugang zu Strom- oder Wasser zu haben. Die Stromversorgung sei demnach ist auf ein bis zwei Stunden Generatorbetrieb begrenzt, insofern überhaupt Treibstoff gefunden werden könne. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln oder Medikamenten sei nicht gesichert, es herrsche bereits ein kritischer Mangel an diesen lebenswichtigen Gütern, was insbesondere für Säuglinge und Kinder ein ernsthaftes Risiko für Unterernährung darstellt.
Binnenflucht
Die verstärkten Angriffe führten außerdem weiterhin zu großen Binnenfluchtbewegungen, wodurch Familien in noch prekärere Verhältnisse gedrängt würden. Währenddessen habe der Zusammenbruch der Unterstützungsmechanismen zusätzlich den psychologischen Druck verschärft, was insbesondere Frauen und Mädchen in diesem chaotischen Umfeld besonderen Gefahren aussetzt.
Warnung der Menschenrechtsorganisation
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat offiziell gewarnt, dass Kobanê vor einer „humanitären Krise katastrophalen Ausmaßes“ steht, die Tausende von Menschenleben unmittelbar gefährdet. Sie hat alle Parteien aufgefordert, sich an das humanitäre Völkerrecht zu halten.
Dringender Appell der DEM-Partei
Die DEM-Partei schließt ihren Appell mit fünf klaren Forderungen: „Um zu verhindern, dass weitere Kinder erfrieren oder verhungern, fordern wir die internationale Gemeinschaft, die Parlamente und die Staats- und Regierungschefs der Welt auf:
1. Sofort einen humanitären Korridor einzurichten: Die Blockade muss JETZT aufgehoben werden, damit Heizöl, warme Kleidung, Mehl, Babynahrung und sauberes Wasser ins Land gelangen können.
2. Notfall-Luftabwürfe zu starten: Wenn ein Landkorridor weiterhin blockiert ist, muss dringende humanitäre Hilfe per Luftabwurf geliefert werden. Die internationale Gemeinschaft muss eine Luftbrücke organisieren, um die belagerte Bevölkerung sofort zu versorgen.
3. Das humanitäre Völkerrecht durchzusetzen: Diplomatischen Druck auszuüben, um sicherzustellen, dass alle Parteien den Waffenstillstand einhalten und die Zivilbevölkerung schützen.
4. Energie für lebenswichtige Einrichtungen bereitzustellen: Es muss dringend Brennstoff geliefert werden, um Krankenhäuser, Bäckereien und Wasserstationen zu betreiben.
5. Den Grenzübergang Suruç zu öffnen: Um logistische Hilfe und medizinische Evakuierungen zu erleichtern.
Wir fordern die Welt dringend auf, nach Kobanê zu schauen und zu handeln, bevor die Zahl der Todesopfer weiter steigt. Schweigen ist Mittäterschaft.“
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