Rojava: Frauen sichern Munitionsnachschub für die Front
Die Mobilmachung in Rojava gegen Angriffe islamistischer Milizen führt zu breiter gesellschaftlicher Beteiligung. In Qamişlo unterstützen Frauen und Jugendliche die Front mit Munition. Auch in Dörfern entstehen solidarische Netzwerke zur Verteidigung.
Die von der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) ausgerufene allgemeine Mobilmachung zur Verteidigung gegen anhaltende Angriffe islamistischer Gruppen und türkisch unterstützter Milizen findet weiterhin breite Resonanz in der Bevölkerung. In vielen Städten und Dörfern engagieren sich Zivilist:innen freiwillig für die Unterstützung der Verteidigungslinien – sei es durch Wachdienste, logistische Hilfe oder die Versorgung von Kämpfer:innen.
Der Aufruf zur Mobilmachung war eine Reaktion auf die kriegerische Eskalation der Gewalt gegen Rojava durch Truppen und Milizen der selbsternannten syrischen Übergangsregierung und mit der Türkei verbündete Milizen. Diese setzen seit Wochen gezielt zivile Infrastruktur und bewohnte Gebiete unter Beschuss. Die Bevölkerung antwortet nicht nur mit militärischer Präsenz, sondern mit vielfältiger zivilgesellschaftlicher Selbstorganisierung.
In Qamişlo zeigt sich dieser kollektive Widerstand besonders
eindrücklich: Dort haben Frauen und Jugendliche eine freiwillige
Initiative gestartet, um YPG- und YPJ-Kämpfer:innen an vorderster Linie
mit Munition zu versorgen. In improvisierten Werkstätten werden Patronen
vorbereitet, sortiert und weitergeleitet – eine Form logistischer
Unterstützung, die durch Nachbarschaftsstrukturen getragen wird.
Darüber hinaus haben sich in vielen Stadtvierteln und ländlichen Gebieten Hilfsnetzwerke gebildet. Frauen kochen für Patrouillen, Jugendliche übernehmen Botengänge, ältere Menschen organisieren medizinische Hilfe oder Kleiderverteilungen. Der Widerstand beschränkt sich damit nicht auf bewaffnete Kämpfer:innen, sondern ist tief in der Gesellschaft verankert. Beobachter:innen sprechen von einer Rückkehr zum „ursprünglichen Geist des kollektiven Widerstands“, der Rojava bereits in den Jahren des IS-Kriegs geprägt hatte. Die derzeitige Eskalation hat diesen Geist erneut mobilisiert.
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