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QSD: 100.000 Bewaffnete greifen die gesamte Selbstverwaltung entlang ihrer Breite an

 


Der QSD-Generalkommandant Mazlum Abdi hat laut dem Sender Ronahî TV mit dem sogenannten syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa über eine Waffenruhe gesprochen. Weitere Details seien noch in Diskussion.

Keine konkreten Ergebnisse
 
ANF / REDAKTION, 18. Jan. 2026.

Der Oberkommandierende der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD), Mazlum Abdi, hat einem Bericht des kurdischen Senders Ronahî TV zufolge mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa telefoniert. Das Gespräch, über das sich Ronahî TV auf „private Quellen“ beruft, habe sich auf die Möglichkeit einer Feuerpause in der Autonomieregion Nord- und Ostsyrien (DAANES) konzentriert. Weitere Einzelheiten befänden sich derzeit noch in der Abstimmung, so der Sender.

Bereits zuvor hatte Abdi erklärt, dass die QSD mit internationaler Unterstützung an einer Deeskalation und einem Waffenstillstand in der DAANES arbeiten. Die Bevölkerung rief er auf, sich „mit Mut und Überzeugung“ geschlossen hinter ihrer Kämpfer:innen zu stellen.

QSD-Pressesprecher warnt vor großflächiger Offensive

Parallel zu den diplomatischen Bemühungen warnte der QSD-Pressesprecher Farhad Şamî eindringlich vor einer militärischen Eskalation in bislang nicht gekanntem Ausmaß. „100.000 Bewaffnete – darunter Einheiten der sogenannten neuen syrischen Armee, IS-Zellen, HTS-Formationen und Milizen unter dem Kommando der türkischen Regierung – greifen die gesamte Selbstverwaltung entlang ihrer Breite an“, sagte Şamî. Die Angriffe seien koordiniert mit einem Drohnenkrieg Ankaras und würden vom türkischen Geheimdienst MIT und dem Militär gesteuert, so der Sprecher.

Parallelen zu Kobanê, nur größer

Besonders deutlich fiel Şamîs historische Einordnung aus: „Wir erinnern uns alle an die Zeit der Angriffe des IS auf Kobanê im Jahr 2014. Die aktuelle Bedrohung ist doppelt so groß – dessen müssen wir uns bewusst sein und entsprechend handeln.“ Angesichts der Eskalation rief Şamî vor allem junge Menschen auf, sich aktiv in die Verteidigung einzubringen: „Alle jungen Menschen müssen bereit sein, Seite an Seite mit den Kämpferinnen und Kämpfern der QSD Positionen einzunehmen. Es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen.“

Laut Şamî haben die QSD mehrere Konvois der Angreifer ins Visier genommen, darunter bewaffnete Kolonnen, gepanzerte Fahrzeuge und logistische Nachschubwege. Gleichzeitig warnte der Sprecher vor den Folgen von Angriffen auf Gefängnisse in der Region: „Internationale Kräfte tragen Verantwortung für die Angriffe auf Haftzentren, in denen IS-Mitglieder festgehalten werden“, sagte er und rief die Bevölkerung auf, in hoher Alarmbereitschaft zu bleiben.

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