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NGO: Iran richtet 2025 so viele Menschen wie nie hin

 


In Iran sind 2025 nach Angaben der NGO IHR mindestens 1.500 Menschen hingerichtet worden – so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam spricht von einer „sehr besorgniserregenden Entwicklung“.

Verschärfte Repressionsstrategie des Regimes
 
ANF / REDAKTION, 2. Jan. 2026.

In Iran sind im Jahr 2025 nach Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHR) mindestens 1.500 Menschen hingerichtet worden. Das wäre die höchste Zahl seit 35 Jahren, teilte die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation am Donnerstag mit. IHR-Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam sprach von einem „beispiellosen Anstieg“ und einer „sehr besorgniserregenden Entwicklung“.

Demnach stieg die Zahl der Exekutionen deutlich gegenüber den Vorjahren: 2022 hatte die Organisation mehr als 500, 2023 mehr als 800 und im Jahr 2024 rund 975 Hinrichtungen dokumentiert. Die endgültige Statistik für 2025 liegt noch nicht vor, doch konnten bereits mindestens 1.500 Fälle unabhängig bestätigt werden, wie IHR mitteilte.

Schwerpunkt bei Drogendelikten

Nach Angaben der Organisation entfielen über 700 der im Jahr 2025 vollstreckten Todesurteile auf vermeintliche Drogendelikte. Die hohe Zahl an Exekutionen wertet IHR als Zeichen für eine verschärfte Repressionsstrategie des iranischen Staates. Die Entwicklung stehe in direktem Zusammenhang mit der „Jin, Jiyan, Azadî“-Bewegung, die im September 2022 infolge des Todes von Jina Mahsa Amini begonnen hatte, so IHR. Die 22-jährige Kurdin war von der sogenannten Sittenpolizei wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die islamische Kleiderordnung festgenommen worden und starb wenig später in Polizeigewahrsam. Ihr Tod löste eine landesweite Protestwelle aus, die von Regimekräften brutal unterdrückt wurde.

Neue Proteste wegen Wirtschaftskrise

„Die iranischen Behörden nutzen die Todesstrafe als Instrument zur Einschüchterung der Bevölkerung“, erklärte Amiry-Moghaddam. Ziel sei es, weitere Proteste im Keim zu ersticken. Die aktuellen Unruhen im Land zeigten jedoch, dass diese Strategie nicht aufgehe, so der Menschenrechtler. In mehreren Städten Irans kommt es seit Tagen erneut zu Protesten. Auslöser waren die wirtschaftliche Not und massive Preissteigerungen im Land. Die Demonstrationen begannen am Sonntag auf dem Mobilfunkmarkt in Teheran, breiteten sich aber rasch auf andere Städte aus. Neben Gewerbetreibenden beteiligten sich auch zahlreiche Studierende an den Protesten, darunter Angehörige von mindestens zehn Universitäten. Iran Human Rights fordert die internationale Gemeinschaft auf, die zunehmende Anwendung der Todesstrafe in Iran konsequent zu verurteilen und politischen Druck auf die Regierung in Teheran auszuüben.

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