Kommunikation mit kurdischen Vierteln in Aleppo vollständig abgerissen
Die Verbindung zu den kurdisch geprägten Stadtteilen Şêxmeqsûd und Eşrefiyê in Aleppo ist vollständig abgebrochen.
Die Kommunikation mit den kurdisch geprägten Stadtteilen Şêxmeqsûd und Eşrefiyê in Aleppo ist vollständig abgerissen. Die beiden Viertel waren seit dem 6. Januar Ziel schwerer Angriffe durch die sogenannte syrische Armee und Milizen, die mit aktiver Unterstützung durch den türkischen Staat operieren. Dabei wurden nach Angaben der nordostsyrischen Selbstverwaltung mehrere hundert Menschen getötet sowie verletzt und Zehntausende vertrieben.
Trotz einer am 11. Januar verkündeten Waffenruhe halten die Angriffe in anderer Form an. Lokalen Quellen zufolge kommt es in beiden Stadtteilen zu Razzien in Wohnungen, gezielten Festnahmen junger Männer und repressiven Kontrollmaßnahmen. Aus mehreren Vierteln gibt es Hinweise auf außergerichtliche Hinrichtungen. Auch Rückkehrversuche geflüchteter Familien werden demnach systematisch blockiert. Menschen, die in ihre Wohnungen zurückkehren wollen, würden an Checkpoints abgewiesen oder erneut bedroht.
Die Viertel Şêxmeqsûd und Eşrefiyê, in denen zuletzt über eine halbe Million Menschen lebten, waren in der vergangenen Woche wiederholt Ziel schwerer Luft- und Bodenangriffe. Die Selbstverwaltung und Menschenrechtsorganisationen wie der Kurdische Rote Halbmond hatten von massiven Kriegsverbrechen gesprochen. Zwischen 120.000 und 160.000 Personen wurden laut lokalen Angaben zur Flucht gezwungen. Hunderte Menschen gelten weiterhin als vermisst.
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