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Frauenkomitee fordert internationales Eingreifen für Kobanê

 


Angesichts der anhaltenden Angriffe und der Belagerung von Kobanê ruft das Frauenkomitee des Firat-Kantons zu internationalem Handeln auf. Es warnt vor einer dramatischen Verschärfung der humanitären Lage und fordert Schutz für die Zivilbevölkerung.

Ende der Gewalt, Aufhebung der Blockade, Schutz der Zivilbevölkerung
 
ANF / KOBANÊ, 26. Jan. 2026.

Angesichts der anhaltenden Angriffe und der vollständigen Belagerung von Kobanê hat das Frauenkomitee des Kantons Firat die internationale Gemeinschaft zu sofortigem Handeln aufgerufen. In einer Erklärung, die am Montag auf dem Platz der freien Frau in Kobanê verlesen wurde, forderte das Ressort ein Ende der Gewalt, die Aufhebung der Blockade und den Schutz der Zivilbevölkerung.

Die Erklärung wurde von Jûrî Temî, Vertreterin der Frauenbewegung Kongra Star, verlesen. Darin verurteilt das Komitee den neuerlichen Krieg gegen die Stadt und ihre umliegenden Dörfer. Der anhaltende Beschuss habe bereits zahlreiche Todesopfer gefordert, darunter auch Kinder, und eine Vielzahl an Verletzten hinterlassen.


Kobanê unter erstickender Belagerung

„Kobanê befindet sich unter einer erstickenden Belagerung: die Hauptverbindungsstraßen sind gekappt, die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen und wichtige medizinische Einrichtungen ist lahmgelegt“, heißt es in der Erklärung. Der Mangel an Grundnahrungsmitteln, Medikamenten und Babymilch habe die humanitäre Lage dramatisch verschärft.

Besonders der fortwährende Beschuss durch dschihadistische Milizen der sogenannten syrischen Übergangsregierung und der Türkei in den umliegenden Dörfern wird scharf verurteilt. Am Sonntag war in einem Dorf westlich von Kobanê ein achtjähriges Mädchen infolge eines Artillerieangriffs getötet worden. Drei weitere Kinder aus derselben Familie wurden verletzt.

Das Frauenkomitee weist in seiner Erklärung auch auf die besondere Symbolkraft des Zeitpunkts hin: Die Eskalation der Angriffe fällt mit dem elften Jahrestag der Befreiung Kobanês zusammen – ein Moment, in dem der Widerstand der Frauen gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat (IS) weltweit Anerkennung fand.

Internationale Gemeinschaft muss Verantwortung übernehmen

„Die kurdische Frau ist und bleibt ein Symbol des Widerstands und der Standhaftigkeit“, so die Erklärung. „Sie hat den Terror des IS zurückgeschlagen und steht heute erneut an vorderster Front, trotz Belagerung, Hunger und Bombardierung – unter den Augen einer schweigenden Weltöffentlichkeit.“ Abschließend betonte das Frauenkomitee seinen entschiedenen Widerstand gegen jede Form von Gewalt, die sich gegen Frauen, Kinder und Zivilist:innen richtet. Es rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, endlich Verantwortung zu übernehmen, die Angriffe zu stoppen, die Belagerung zu beenden und die Verantwortlichen für Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft zu ziehen.

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