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Entführungen und Plünderungen in Aleppo

 


In den Aleppoer Stadtteilen Şêxmeqsûd, Eşrefiyê und Beni Zeyd werden weiterhin Einwohner:innen entführt und ziviles Eigentum geplündert. Die der syrischen Übergangsregierung nahestehenden und türkisch unterstützten bewaffneten Gruppen wüten weiter.

Kriegsverbrechen nehmen kein Ende
 
ANF / ALEPPO, 15 Jan. 2026.

Die Stadtteile Şêxmeqsûd, Eşrefiyê und Beni Zeyd in Aleppo sind zwischen dem 6. und 10. Januar Ziel heftiger Angriffe durch bewaffnete Gruppen, die mit der syrischen Übergangsregierung und dem türkischen Staat in Verbindung stehen, ausgesetzt gewesen. Die Angriffe mit Panzern, Artillerie, Kampfdrohnen und diversen schweren Waffen haben zu Massakern, zahlreichen Entführungen und der Vertreibung von Zehntausenden Menschen geführt.

Nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) wurden mindestens 120.000 Menschen aus den drei Stadtteilen vertrieben, und laut Menschenrechtsorganisationen werden mehr als 500 Menschen vermisst.

Kein Zutritt für Medien und Hilfsorganisationen

Da Journalist:innen und Menschenrechtsorganisationen kein Zutritt zu den Stadtvierteln gewährt wurde, ist die Informationslage ungenau. Es liegen jedoch lokale Berichte vor, denen zufolge Söldner der Al-Amshat, Furqat al-Hamza, Sultan-Murad-Brigade und der Nureddin al-Zenki-Miliz die nach den Massakern in den Vierteln gebliebenen Bewohner:innen zusammentreiben, beschimpfen und sich anschließend wieder entfernen.

Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Hawarnews (ANHA) wurde eine Gruppe kurdischer Einwohner:innen des Stadtviertels Eşrefiyê bei anhaltenden Hausdurchsuchungen entführt und an unbekannte Orte gebracht.

Plünderungen vor Augen der „Sicherheitskräfte“

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Rêxistina Mafên Mirovan li Efrînê-Sûriye (RMME) haben die Milizen zudem begonnen, Häuser und Geschäfte zu plündern. Die Plünderungen fänden in vielen Straßenzügen Şêxmeqsûds statt, insbesondere in der 20. Straße in der Nähe des Şehîd Koli-Kreisels, in der Badino-Straße, in der 15. Straße und in der Shkato-Geheimdienststraße gegenüber eines Verbindungsbüros. Handelswaren aus Geschäften, Möbel und Elektrogeräte wurden demnach beschlagnahmt, obwohl Sicherheitspatrouillen der Übergangsregierung anwesend gewesen seien. Diese hätten jedoch keinerlei Gegenmaßnahmen ergriffen.

Versorgungsinfrastruktur beschädigt

Neben den anhaltenden Angriffen und Plünderungen sind auch die Probleme mit der Strom- und Gesundheitsversorgung in den Stadtvierteln sehr gravierend. Es wird berichtet, dass nur zwei Stunden am Tag Strom zur Verfügung steht und viele Gesundheitszentren zerstört wurden.

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