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Asayîş: Krankenhaus in Şêxmeqsûd vollständig geräumt

 


Nach schweren Angriffen auf den Stadtteil Şêxmeqsûd und das dortige Xalid-Fecir-Krankenhaus hat sich die Asayîş zur Evakuierung entschlossen. Die Maßnahme erfolgte im Rahmen einer befristeten Feuerpause zum Schutz der Zivilbevölkerung.

Klinik mehrfach unter Beschuss
 
ANF / ALEPPO, 11. Jan. 2026.

Die Behörde für innere Sicherheit (Asayîş) in Şêxmeqsûd hat bekannt gegeben, das Xalid-Fecir-Krankenhaus in dem Stadtteil im Norden von Aleppo nach einer vereinbarten Waffenruhe vollständig evakuiert zu haben. Hintergrund sind schwere Angriffe auf die Einrichtung und das umliegende Wohngebiet durch Truppen und Milizen der syrischen Übergangsregierung. Deren Offensive zur Einnahme der selbstverwalteten Statteile begann am 6. Januar und dauerte mehrere Tage an.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte kamen dabei unter anderem türkische Drohnen vom Typ Bayraktar, Panzer, Artillerie und andere schwere Waffen zum Einsatz. Die Angriffe seien mit Unterstützung der Türkei erfolgt. „Ziel des Großangriffs war es, die Bevölkerung des Viertels zu vertreiben, die demografische Struktur zu verändern und die kollektive Würde der Menschen zu brechen.“

Schwere Angriffe auf Krankenhaus

Trotz der militärischen Übermacht hatten sich die Sicherheitskräfte entschlossen, Widerstand zu leisten. Der Entschluss dazu sei gemeinsam mit dem Volksrat von Şêxmeqsûd und Eşrefiyê gefasst worden. In der Stellungnahme heißt es, man habe bewusst eine „opferbereite Verteidigung“ geführt, um das Viertel und seine Bewohner:innen zu schützen. Eine Kapitulation sei zu keinem Zeitpunkt zur Debatte gestanden.

Infolge der anhaltenden Gefechte und Angriffe hatten sich zahlreiche Verletzte, Zivilist:innen sowie Frauen und Kinder im Xalid-Fecir-Krankenhaus in Sicherheit gebracht. Die Einrichtung war jedoch mehrfach Ziel schwerer Angriffe. Laut den Sicherheitskräften der Asayîş sei dabei auch mehrfach gezielt versucht worden, ein „Massaker“ unter den Verwundeten zu verüben.

Identität von Gefallenen 

Erst durch eine am Samstagabend vereinbarte befristete Feuerpause gelang es schließlich, das Krankenhaus zu evakuieren und die dort Schutz suchenden Personen in sichere Gebiete zu bringen. Die Asayîş erklärte, man habe die Feuerpause „mit größter Sorgfalt“ umgesetzt, um das Leben der Verletzten und Zivilpersonen zu schützen.

Die Erklärung schließt mit einem Bekenntnis zum Fortbestehen des Widerstands: „Wir betonen, unseren Einsatz für die Würde, Freiheit und Selbstbestimmung der Völker auch unter veränderten Bedingungen fortzusetzen.“ Die Namen der im Widerstand gefallenen Asayîş-Mitglieder sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

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