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Türkischer Verteidigungsminister droht QSD

 


Der türkische Verteidigungsminister Yaşar Güler droht mit einer militärischen Intervention in Rojava, sollten die Demokratischen Kräfte Syriens nicht den Wünschen Ankaras hinsichtlich der Integration in die Regierungsarmee entsprechen.

„Tun, was nötig ist“
 
ANF / ANKARA, 20. Dez. 2025.

Der türkische Verteidigungsminister Yaşar Güler hat bei einem jährlichen Pressebriefing mit Hauptstadtjournalist:innen deutliche Drohungen gegen die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) ausgesprochen. In seinen Ausführungen sprach er sich klar gegen eine kollektive Integration der QSD in die syrische Armee aus und forderte stattdessen eine „individuelle“ Eingliederung. Zugleich stellte Güler offen militärische Maßnahmen in Aussicht, sollte dies nicht umgesetzt werden.

„Wir haben unsere Pläne – und wir wissen, was zu tun ist“

Güler sagte, die Türkei habe auf Entwicklungen in Nord- und Ostsyrien „konkrete Pläne“, die im Ernstfall auch umgesetzt würden. „Wir haben die Kraft, heute das zu wiederholen, was wir in der Vergangenheit getan haben“, so der Minister mit Blick auf frühere Invasionen und Angriffskriege in Nordsyrien.

Die Türkei beobachte die Gespräche zwischen der syrischen Übergangsregierung und den QSD genau. Sollte es nicht zu einer von Ankara gewünschten „individuellen Integration“ kommen, werde die Türkei erneut unilateral handeln – wie bereits bei früheren Einsätzen ab 2016. „Wenn es notwendig ist, machen wir es wieder, ohne jemanden zu fragen“, so Güler.

Positionierung gegen kollektive Eingliederung

Laut Güler sei eine Eingliederung der QSD als militärische Einheit in die syrische Armee nicht akzeptabel. „Das wäre keine Integration“, sagte er. Nur Einzelpersonen könnten übernommen werden – nicht die QSD als organisierte Struktur.

Annäherung an US-Position?

Güler betonte, dass sich die Haltung der USA zur Situation in Syrien zuletzt „verändert“ habe. Die türkische Regierung sehe in Washington mittlerweile ein besseres Verständnis für die eigene Position. „Die Meinungsverschiedenheiten nehmen ab“, sagte er. Ankara habe seine Erwartungen „klar und offen“ kommuniziert.

Militärische Drohkulisse

Der Minister erklärte abschließend, dass die Türkei jederzeit bereit sei, auch ohne Zustimmung anderer Akteure erneut militärisch in Syrien zu intervenieren. „Wir haben das 2016 getan, obwohl die USA und Russland vor Ort waren – und wir haben es zu Ende gebracht. Wenn es nötig ist, werden wir es wieder tun“, sagte Güler.

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