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Nordirak: Konferenz des Frauenrats Iştar in Camp Mexmûr


Im kurdischen Flüchtlingslager Mexmûr findet eine Konferenz des Frauenrats Iştar statt. Rund 400 Delegierte beraten über Selbstverwaltung und Gleichberechtigung. Abdullah Öcalan sandte eine Botschaft und betonte: Ohne Frauenbefreiung kein Wandel.

Grußbotschaft von Öcalan: Frauenbefreiung ist Voraussetzung für Wandel
 
ANF /  MEXMÛR, 5. Dez. 2025.

Im kurdischen Flüchtlingslager Mexmûr findet die 14. Konferenz des Iştar-Frauenrats statt. Unter dem Motto „Demokratische Gesellschaft und Kommunen organisieren – Mit der Führung ein freies Leben aufbauen“ beraten rund 400 Delegierte über künftige Strategien der Selbstverwaltung und die Rolle der Frauen im politischen und gesellschaftlichen Leben. Auch der inhaftierte PKK-Gründer Abdullah Öcalan richtete eine schriftliche Botschaft an die Teilnehmerinnen.

Fatma Bilen: „Konferenz als Beginn neuer Phase“

Eröffnet wurde die Konferenz mit einer Schweigeminute für die im kurdischen Befreiungskampf Gefallenen. Die Ko-Bürgermeisterin des Camps, Fatma Bilen, rief in ihrer Rede zu einer stärkeren Organisierung der Frauen gegen politische Repressionen und patriarchale Gewalt auf. Der Frauenwiderstand sei „eine Schutzmauer gegen ein System der Vernichtung“, erklärte sie. Die Konferenz solle ein Ausgangspunkt für intensivere Arbeit und ein verstärktes Engagement im Rahmen des von Öcalan angestoßenen Prozesses für Frieden und eine demokratische Gesellschaft sein.

Öcalan: „Ohne Frauenbefreiung kein Sozialismus“

In einer schriftlichen Botschaft, datiert auf den 15. Oktober 2025, sprach Abdullah Öcalan der Konferenz seine Unterstützung aus. Er erklärte, dass wahre gesellschaftliche Veränderung nur durch die Überwindung männlicher Dominanz möglich sei. „Es wird keinen Sozialismus ohne die Freiheit der Frau geben“, heißt es in der Mitteilung. Die Frauenbewegung sei nicht nur Trägerin gesellschaftlicher Transformation, sondern auch Voraussetzung für einen echten demokratischen Neuanfang.

Öcalan betonte zudem die historische Bedeutung des Camps Mexmûr: Trotz Vertreibung und schwieriger Lebensbedingungen sei es der dort lebenden kurdischen Bevölkerung gelungen, an ihrer Identität festzuhalten und ein selbstverwaltetes Leben aufzubauen. Die Rückkehr in die Türkei könne seiner Ansicht nach nur im Rahmen eines rechtlich und politisch abgesicherten Friedensprozesses erfolgen.

Demokratischer Konföderalismus im Fokus

Die Iştar-Versammlung gilt als ein zentrales Organ der kurdischen Frauenbewegung in Südkurdistan und folgt in ihrer Struktur dem von Öcalan geprägten Modell des demokratischen Konföderalismus. Auf der Konferenz werden neben Tätigkeitsberichten auch Perspektiven zur politischen Selbstbestimmung, Frauenorganisierung und kollektiven Rückkehr diskutiert. In der Erklärung Öcalans heißt es dazu: „Mexmûr ist nicht nur Opfer eines Krieges, sondern Akteur in einem möglichen Friedensprozess.“ Die Notwendigkeit einer kollektiven, rechtlich geregelten Rückkehr sei zentral für jede zukünftige Lösung.

 

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