Drei Massengräber in Suweida gefunden
In Suweida sind drei Massengräber gefunden und exhumiert worden. Die Toten, die in den Gräbern gefunden worden sind, sollen Opfer des Militärangriffs auf die Region im Juli dieses Jahres sein.
In Suweida sind offenbar drei Massengräber gefunden worden, in denen die sterblichen Überreste Dutzender Personen liegen. Das berichtet die in Rojava ansässige Nachrichtenagentur Hawar News (ANHA) unter Berufung auf lokale Medien. Bei den Opfern soll es sich um drusische Zivilist:innen handeln, die bei Angriffen von Truppen der syrischen Übergangsregierung auf die Region im Juli dieses Jahres getötet wurden.
Den Quellen zufolge soll sich das größte Grab im Dorf Azra östlich von Daraa befinden. In dem Grab wurden etwa 50 verstreut begrabene Leichen gefunden. Augenzeug:innen sollen berichtet haben, dass sich unter diesen Leichen auch Tote aus einer Gruppe Verwundeter befanden, die in der medizinischen Versorgungsstelle im Gebiet Busra al-Harir hingerichtet worden waren.
Die Website berichtete weiter, dass die sterblichen Überreste nach ihrer Bergung fotografisch dokumentiert wurden. Die Toten, die aus den Massengräbern in den Dörfern Najha und Adra exhumiert wurden, würden mittlerweile unter Aufsicht des „Zentrums zur Identifizierung vermisster Personen“ aufbewahrt. Es hieß, dass 39 der Leichen einen so fortgeschrittenen Verwesungszustand aufwiesen, dass eine Identifikation ausschließlich anhand ihrer Gebisse möglich sein werde.
Erneut Hinweise auf Kriegsverbrechen
Ein Verwandter einer der in den Massengräbern gefundenen Personen berichtete der Website, dass das „Zentrum für die Identifizierung vermisster Personen“ ihm die Nummer mitgeteilt habe, die der Leiche seines Bruders zugewiesen worden war, aber 14 Millionen syrische Lira verlangt habe, um den toten Körper freizugeben und nach Suweida zu überführen.
Gemäß den Genfer Konventionen und dem Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs gilt diese Praxis als Kriegsverbrechen. Artikel 17 der Genfer Konventionen verpflichtet die gegnerische Partei, Leichen respektvoll zu bestatten, sie zu identifizieren und ihre Familien zu informieren.
Die Tatsache, dass diese Bestimmung bezüglich entdeckten Massengräbern nicht angewendet wurde, zeigt, dass die Frage der Gerechtigkeit in Syrien nach dem Zusammenbruch des Baath-Regimes kompliziert bleibt.
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