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Vor zehn Jahren: Die Befreiung von Şengal

 


Nach monatelangen Kämpfen haben Guerillakämpfer:innen der HPG und YJA Star, Einheiten der YPJ und YPG aus Rojava und die ezidischen Verteidigungskräfte YBŞ und YJŞ am 13. November 2015 Şengal von den IS-Söldnern befreit.

 
ANF / ŞENGAL, 13. Nov. 2025.

Zehn Jahre sind seit der Befreiung der Region Şengal von der Terrormiliz, dem selbsternannten Islamischen Staat (IS), vergangen. Am 3. August 2014 wurde die Region im Nordwesten des Irak vom IS überfallen, wobei sich die Truppen der irakischen Armee und die Peschmerga der Regierungspartei Südkurdistans (der Demokratischen Partei Kurdistans, PDK), die für die Sicherheit verantwortlich waren, kampflos zurückzogen. Der IS verübte einen Völkermord und Feminizid an der ezidischen Gemeinschaft.

Nur mit Hilfe von einem Dutzend Guerillakämpfer:innen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) konnten Hunderttausende Menschen vor dem sicheren Tod oder der Versklavung gerettet werden. Die Volksverteidigungskräfte (HPG) und die Verbände freier Frauen (YJA Star) schickten ihren Einheiten bald darauf Verstärkung aus den Bergen Kurdistans. Zusammen mit den Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG und YPJ wurde ein Fluchtkorridor nach Rojava geschaffen.

Eigenständige ezidische Strukturen entstehen

Schließlich bildeten sich die ezidische militärische Selbstverteidigung in Form der Widerstandseinheiten Şengals (YBŞ) und der Fraueneinheiten Şengals (YJŞ), und die Region wurde Schritt für Schritt befreit. Im Januar 2015 wurde ein autonomer Rat ausgerufen. Am 31. Oktober 2015 begann eine Offensive zur Befreiung der Dörfer westlich der Stadt Şengal, und am 13. November 2015 wurde der IS vollständig aus der Region vertrieben.

Şengal

Şengal ist das letzte verbliebene Siedlungsgebiet der ezidischen Gemeinschaft. Seit 2017 wird die Region häufig von türkischen Kampfflugzeugen und Drohnen bombardiert. Die konkreten Ziele sind meist Einrichtungen der ezidischen Selbstverwaltung des Demokratischen Autonomierats von Şengal (MXDŞ) oder der Selbstverteidigungseinheiten.

Viele der Todesopfer sind Zivilist:innen, oft Überlebende des Völkermords durch den IS im Jahr 2014. Auch viele Kämpfer:innen der PKK-Bewegung, die sich am Kampf gegen den IS in Şengal beteiligt und die ezidische Gemeinschaft geschützt haben, wurden bei Angriffen des türkischen Staates getötet. Dennoch geht der Wiederaufbau von Şengal weiter. In der Region wurden Volksräte eingerichtet, und die ezidische Frauenbewegung ist eine treibende Kraft im Kampf um Selbstbestimmung und Überleben.

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