Türkei /Kampagne gegen Gewalt: DEM-Kommunen erreichen 125.000 Frauen
Mit einer einjährigen Kampagne gegen geschlechtsspezifische Gewalt haben DEM-regierte Kommunen rund 125.000 Frauen erreicht. 35 neue Beratungszentren, Erwerbsprojekte und Schutzmaßnahmen sollen den Wiederaufbau kommunaler Frauenstrukturen stärken.
Mit ihrer landesweiten Kampagne „Unser Wort ist nicht zu Ende – Wir werden Gewalt gemeinsam stoppen“ haben Kommunen unter Verwaltung der Partei der Völker für Gleichheit und Demokratie (DEM) innerhalb eines Jahres rund 125.000 Frauen erreicht. Im Rahmen der Initiative wurden 35 Frauenberatungszentren eröffnet und zahlreiche neue Angebote für Schutz, Bildung und wirtschaftliche Teilhabe geschaffen.
Die im November 2024 ins Leben gerufene Kampagne, die ursprünglich für ein Jahr geplant war, wurde nun verlängert. Sie richtet sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt und zielt auf eine Stärkung von Frauenrechten in den von der DEM-Partei verwalteten Städten und Gemeinden.
Laut Angaben der Koordinatorin für Bildung im Frauendezernat der Union der Kommunalverwaltungen in Südostanatolien (GABB), Eda Bazencir, erhielten rund 700 betroffene Frauen rechtliche und psychologische Unterstützung. Weitere Maßnahmen umfassten den Aufbau von 20 Rückzugsorten für Frauen, 369 Sensibilisierungsveranstaltungen, den Start von Erwerbsprojekten und die Einrichtung von 110 traditionellen Backöfen („Tandır“) in ländlichen Gebieten.
Bazencir sprach von einem „Wiederaufbauprozess“ nach dem achtjährigen
Zeitraum, in dem viele frauenpolitische Strukturen unter
Zwangsverwaltung geschlossen worden waren. „Wir bauen wieder auf, was
zerstört wurde – und das von Grund auf“, sagte sie.
Vielfältige Angebote – von Beratung bis Erwerbsförderung
Neben Hilfsangeboten für von Gewalt betroffene Frauen wurden laut der DEM-Partei auch wirtschaftliche und soziale Programme aufgesetzt: In sogenannten „Stadtgärten“ wurden 652 Frauen eingebunden, auf Wochenmärkten erhielten 40 Frauen Verkaufsflächen, und bei fünf Frauenfestivals wurden lokale Produkte präsentiert. Auch eine „Solidaritätsboutique“ wurde eröffnet, über die etwa 2000 Familien unterstützt wurden.
Die Kampagne habe zudem die Entwicklung und Verabschiedung sogenannter „Gewaltschutz-Leitlinien“ in mehreren DEM-regierten Kommunen angestoßen. Diese Richtlinien, so Bazencir, sollen nicht nur für die Verwaltung, sondern auch für alle Kooperationspartner der Gemeinden gelten.
Mehr Unterstützung auf staatlicher Ebene gefordert
Gleichzeitig betonte Bazencir, dass kommunale Maßnahmen allein nicht ausreichten, um Gewalt gegen Frauen wirksam zu bekämpfen. Notwendig sei eine konsequente Umsetzung nationaler Gesetze, insbesondere des Gewaltschutzgesetzes 6284, sowie die Rückkehr zur Istanbul-Konvention. „Solange diese Schutzmechanismen nicht gestärkt werden, bleibt der Spielraum der Kommunen begrenzt“, sagte sie.
Mit Blick auf die sozioökonomische Situation kündigte Bazencir die Veröffentlichung eines Armutsberichts für die Region an. Geplant sei zudem ein wirtschaftspolitischer Ratschlag, bei dem gemeinsam mit Frauen aus der Region konkrete Lösungsansätze erarbeitet werden sollen.
Die Kampagne „Unser Wort ist nicht zu Ende – Wir werden Gewalt gemeinsam stoppen“ wurde anlässlich des 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, um ein weiteres Jahr verlängert.
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