Generalstreik in Jina Mahsa Aminis Heimatstadt Seqiz
Zum dritten Jahrestag der Tötung von Jina Mahsa Amini ist in ihrer Heimatstadt Seqiz ein Generalstreik ausgerufen worden. Geschäfte blieben geschlossen. Die iranischen Sicherheitskräfte reagierten mit Drohungen und einem massiven Truppenaufmarsch.
Am dritten Jahrestag der Tötung von Jina Mahsa Amini haben Geschäftsleute in ihrer ostkurdischen Heimatstadt Seqiz (Saqqez) einen Generalstreik ausgerufen. In der gesamten Stadt blieben die Läden geschlossen – aus Protest gegen das Vorgehen des iranischen Staates und zum Gedenken an die 22-Jährige, deren Tod im Polizeigewahrsam im Jahr 2022 weltweit Entsetzen auslöste.
Amini war am 13. September 2022 in Teheran von der „Sittenpolizei“ festgenommen worden, weil sie angeblich gegen die islamische Kleiderordnung verstoßen habe. Drei Tage später starb sie an den Folgen von in Gewahrsam erlittener Gewalt.
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Gedenkstreik unter massivem Druck
Wie lokale Quellen berichten, blieb ein Großteil des Einzelhandels in Seqiz heute geschlossen. Mit dem Streik signalisierten Gewerbetreibende ihre Solidarität mit der „Jin Jiyan Azadî“-Bewegung, die sich an Aminis Tod entzündete, und ihren Forderungen nach Freiheit und Demokratie.
Reagiert hat der iranische Sicherheitsapparat wie erwartet mit Repression und Einschüchterung: Sicherheitskräfte sollen Ladenbesitzer:innen telefonisch kontaktiert und massiv unter Druck gesetzt haben, ihre Geschäfte zu öffnen. Auch das Militär und andere Einheiten sind im gesamten Stadtgebiet verstärkt präsent.
„Die Straßen von Seqiz ähneln einem belagerten Gebiet“, heißt es von Aktivist:innen vor Ort. Die Militarisierung sei nicht nur auf Seqiz beschränkt: Auch in anderen Städten Ostkurdistans sei es zu verstärkter Truppenpräsenz gekommen.
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