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Gefechte in Suweida nach Angriffen von Regierungstruppen

 

In Suweida kommt es seit letzter Nacht wieder zu heftigen Gefechten. Truppen der syrischen Übergangsregierung griffen mehrere Dörfer an, drusische Widerstandseinheiten reagierten mit Widerstand.
ANHA: Übergangsregierung bricht Waffenruhe
 
ANF / REDAKTION, 3. August 2025.

In der drusisch geprägten Provinz Suweida im Süden Syriens sind in der Nacht auf Sonntag schwere Gefechte ausgebrochen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ANHA griffen Truppen der selbsternannten syrischen Übergangsregierung gezielt mehrere Ortschaften im ländlichen Umland an. Kämpfer des Militärrats von Suweida leisteten heftigen Widerstand.

Ziel der Angriffe waren demnach unter anderem die Ortschaften Dibin und al-Tha'la. Die Angreifer rückten offenbar aus dem Osten der benachbarten Provinz Daraa vor. Über Stunden hinweg wurden beide Orte mit Mörsern und Artilleriegranaten beschossen – auch bewohnte Gebiete waren betroffen, hieß es. Auf sozialen Netzwerken kursieren Videos von Angriffen und Gegenfeuer.

Laut einem vor Ort befindlichen ANHA-Korrespondenten reagierten drusische Widerstandskämpfer mit Gegenangriffen und konnten die Angreifer teilweise zurückdrängen. Die Gefechte setzten sich bis in die frühen Morgenstunden fort. Auch am Sonntagnachmittag waren weiterhin Schüsse und Detonationen aus der Umgebung zu hören. Angaben zu Toten oder Verletzten liegen bisher nicht vor.

Über 1.400 Tote bei Kämpfen im Juli

In Suweida waren Mitte Juli Kämpfe zwischen sunnitischen Stammesgruppen sowie Dschihadisten der Regierung in Damaskus und drusischen Widerstandsgruppen ausgebrochen. Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden dabei mehr als 1.400 Menschen getötet, darunter hunderte drusische Zivilist:innen. Israel bombardierte Gebiete im Süden und in Damaskus mit dem erklärten Ziel, die Drus:innen schützen zu wollen. Obwohl seit dem 20. Juli offiziell eine Waffenruhe gilt, bleibt die Lage angespannt.

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