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Aleppo: Bevölkerung sorgt selbst für ihre Sicherheit

 

Selbstverteidigung ist überlebensnotwendig

Eingeschlossen von Regimetruppen und bedroht von der Türkei und ihren dschihadistischen Söldnern organisieren die Menschen in den selbstverwalteten Stadtteilen von Aleppo ‒ Eşrefiyê und Şêxmeqsûd ‒ ihr Leben auf radikaldemokratischer Grundlage. Zwischen 20.00 und 5.00 Uhr patrouillieren Bürger:innenmilizen durch die Straßen. Selbstverteidigung ist für die bedrohten Viertel überlebensnotwendig.


Frauen sind in der Selbstverteidigung führend“

Fatma Mihemed (43), Loqman Qadir Hisên (50) und Şîrîn Xişman (33) sind aktiv in der Selbstverteidigung ihrer Viertel. Gegenüber ANF berichteten sie aus ihrem Leben. Fatma Mihemed erklärte zur Bedeutung von Selbstverteidigung: „Wenn wir unsere Nachbarschaft nicht sichern würden, könnte jeder hier einfach reinkommen. Wenn wir die Sicherheit unserer Nachbarschaft nicht gewährleisten können, können wir auch die Sicherheit unseres Landes nicht gewährleisten. Durch die Schaffung von Sicherheit auf kleinem Raum können wir ein stabiles und friedliches Leben schaffen. Selbstverteidigung entwickelt sich durch Aufmerksamkeit. Die Tatsache, dass Şêxmeqsûd als eine Hochburg des Widerstands bekannt ist, ist auf die starke Selbstverteidigung, die hier entwickelt wurde, zurückzuführen. Wäre unsere Selbstverteidigung nicht stark gewesen, wären wir nicht in der Lage gewesen, in einem solchen Krieg zu bestehen und unser Name wäre nicht in die Geschichte des Widerstands eingeschrieben worden. Als Menschen von Şêxmeqsûd bauten wir unsere Selbstverteidigung auf, indem wir uns zusammentaten und uns den Söldnern entgegenstellten. Wie auf anderen Ebenen auch, sind Frauen in der Selbstverteidigung führend.“

Organisierte Menschen können eine organisierte Selbstverteidigung aufbauen“

Loqman Qadir Hisên sieht in der Selbstverteidigung eine Überlebensnotwendigkeit: „Alle Kurden müssen ihre Straßen und Familien schützen. Ein Verteidigungssystem, das sich auf unsere eigene Kraft stützt, ist unverzichtbar. In diesen Straßen und Stadtvierteln hat sich ein enormer Widerstand formiert. Ein schwaches Selbstverteidigungssystem würde in einer harten Kriegsumgebung untergehen. Mit einer organisierten Selbstverteidigung können wir unsere Straßen schützen und die Spezialkriegspolitik verhindern. Wir sind unsere eigenen Verteidigungskräfte. Hier zeigt sich, organisierte Menschen können auch eine organisierte Selbstverteidigung entwickeln."

Ohne den Volkskrieg wären wir nicht hier“

Şîrîn Xişman beteiligt sich seit 2018 an den Patrouillen der Selbstverteidigungskräfte: „Während des Widerstands von Şêxmeqsûd haben wir die Notwendigkeit unserer Selbstverteidigung erkannt. Sie ist wichtiger als Brot und Wasser. Indem eine Frau Selbstverteidigung entwickelt, baut sie die Zukunft der Gesellschaft auf. Selbstverteidigung ist für jedes menschliche Wesen notwendig. Wer sich selbst nicht vereidigen kann, kann auch die Gesellschaft nicht verteidigen. Ohne den revolutionären Volkskrieg, der sich in Şêxmeqsûd herausgebildet hat, wären wir heute nicht in hier. Aus diesem Grund patrouillieren wir Tag und Nacht in unserem Viertel.“

Wir betrachten es als unsere Aufgabe“

Wahid Ali Sabri geht trotz seines hohen Alters weiter auf Patrouille. Er sagte: „Wir haben unsere Selbstverteidigung ohne fremde Hilfe entwickelt und erwarten nicht, dass jemand von außen kommt und uns beschützt. Wir, die Einwohner von Şêxmeqsûd und Eşrefiyê, schöpfen unsere Kraft aus unserem Zusammenhalt. Wir gehen in Schichten von 20.00 bis 5.00 Uhr auf Streife. Ich sehe Selbstverteidigung als meine Pflicht an.“

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