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Iran; Weiteres Verfahren gegen freigelassene Journalistinnen eingeleitet

Kurz nach ihrer Freilassung in Iran ist ein neues Verfahren gegen die beiden Journalistinnen Nilufar Hamedi und Elaheh Mohammadi eingeleitet worden. Hintergrund sind im Internet veröffentlichte Bilder, die beide Frauen ohne Kopftuch zeigen.

Kurz nach ihrer Freilassung aus dem berüchtigten Evin-Gefängnis ist ein neues Verfahren gegen die beiden iranischen Journalistinnen Nilufar Hamedi und Elaheh Mohammadi eingeleitet worden. Hintergrund sind im Internet veröffentlichte Bilder, die beide Frauen ohne Kopftuch zeigen, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna am Montag berichtete. Auch das Justizportal Mizan bestätigte den neuen Vorwurf, ohne jedoch ihre Namen zu nennen.

Am Sonntag waren die beiden Journalistinnen Nilufar Hamedi und Elaheh Mohammadi nach mehr als 400 Tagen Haft auf Kaution freigekommen. Irans Journalistenverband kritisierte die Höhe der Kaution von umgerechnet rund 180.000 Euro.

Ein Revolutionsgericht in der iranischen Hauptstadt hatte Hamedi im Oktober zu sieben und Mohammadi zu sechs Jahren Haft im Zusammenhang mit der „Jin, Jiyan, Azadî“-Bewegung verurteilt. Beide Journalistinnen wurden der „Kollaboration“ mit den USA, vermeintlicher Verstöße gegen die nationale Sicherheit und Propaganda gegen den Staat beschuldigt.

Die Frauen waren im Herbst 2022 unter den ersten, die über den Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini berichteten. Sittenwächter hatten die 22-Jährige wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Kleidungsvorschriften festgenommen und zu Tode misshandelt. Daraufhin entfachten die Proteste der „Jin, Jiyan, Azadî“-Bewegung gegen das System des Mullah-Regimes.

International bekam der Fall von Nilufar Hamedi und Elaheh Mohammadi große Aufmerksamkeit, unter anderem auch deshalb, war ihr Prozess vor jenem berüchtigten Gericht verhandelt wurde, dessen Vorsitzender Richter Abolghassem Salawati für besonders harsche Urteile, einschließlich Todesstrafen bekannt ist. Während die Frauen im Gefängnis saßen, zeichnete die UNESCO sie für ihre Berichterstattung Anfang Mai in Abwesenheit mit dem Pressefreiheitspreis der UN-Kulturorganisation aus.

Titelbild zeigt Elaheh Mohammadi (l.) und Nilufar Hamedi kurz nach ihrer Entlassung aus dem Teheraner Evin-Gefängnis © Shargh

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