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Mindestens 52 Hinrichtungen in Rojhilat im Jahr 2022


Nirgendwo sonst in der Welt sind im vergangenen Jahr so viele Hinrichtungen bekannt geworden wie im Iran. Dort wurde 2022 mehr als 500-mal die Todesstrafe vollstreckt. In mindestens 52 Fällen wurden Kurdinnen und Kurden hingerichtet.

Nirgendwo sonst in der Welt sind im vergangenen Jahr so viele Hinrichtungen bekannt geworden wie im Iran. Dort wurde 2022 mehr als 500-mal die Todesstrafe vollstreckt, berichteten verschiedene NGOs in ihren Jahresberichten über die Menschenrechtslage in dem von einem Mullah-Regime geführten Land. Die Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) mit Sitz in den USA registrierte sogar 565 vollstreckte Todesurteile, zwei davon öffentlich.

Damit wurden im Jahr 2022 mehr Menschen hingerichtet als in den fünf Jahren zuvor. Dabei war Iran mit mindestens 314 dokumentierten Exekutionen 2021 bereits für den größten Teil der weltweiten Hinrichtungen außerhalb Chinas verantwortlich. Zum Tode verurteilt wurden auch mindestens elf Frauen, die sich gegen gewalttätige Ehemänner gewehrt haben. Darüber hinaus wurden mindestens fünf Minderjährige hingerichtet.

Besonders hart betroffen von der Welle der Hinrichtungen im vergangenen Jahr war die belutschische Minderheit. Bei jeder vierten Vollstreckung in 2022 wurde ein Belutsche hingerichtet, obwohl sie nur zwischen zwei und fünf Prozent der Gesamtbevölkerung Irans ausmachen. In Rojhilat (Kurdisch: „Osten“ - bezeichnet alle Gebiete Kurdistans, die im westlichen und nordwestlichen Teil des iranischen Staates liegen), dessen Bewohnerinnen und Bewohner etwa zehn Prozent der Bevölkerung stellen, lag die Zahl der vollstreckten Hinrichtungen im Vorjahr bei mindestens 52. Das geht aus einem aktuellen Bericht der kurdischen Menschenrechtsorganisation Hengaw hervor. Das sind acht Prozent mehr als in 2021.

In 34 Fällen war die Todesstrafe in Ostkurdistan demnach wegen Mordvorwürfen verhängt worden. Zwei der Opfer waren Frauen, die aufgrund von Tötungsdelikten im Rahmen patriarchaler Gewalt von der iranischen Mullah-Justiz verurteilt worden waren. Weitere 15 Menschen wurden wegen vermeintlichem Drogenhandel hingerichtet. Die meisten Hinrichtungen zählte Hengaw mit jeweils neun Fällen in Ûrmiye (Urmia) und Xurremabad (Chorramabad). Die Organisation betonte jedoch, dass man die tatsächliche Anzahl der Exekutionen gar nicht nennen könne, da die Regime-Behörden die offiziellen Zahlen zu verhängten und vollzogenen Todesurteilen verschweigen. Deshalb spricht Hengaw von einer wahrscheinlich hohen Dunkelziffer.

Vorsätzliche Tötung von Menschen durch den Staat

Die Todesstrafe ist eine vorsätzliche Tötung von Menschen durch den Staat. Sie verstößt gegen das Recht auf Leben und gegen das Verbot der Folter. Hengaw prangert diese grausame und unmenschliche Praxis immer wieder an. Die in Rojhilat aktiven Mitglieder der in Oslo beheimateten Organisationen setzen sich bereits seit Jahren für die Abschaffung der Todesstrafe ein und riskieren mit ihrem Engagement auch ihr eigenes Leben.

 

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