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Kritische Situation in Şêxmeqsûd und Eşrefiyê (Aleppo)


Die Stadtteile Şêxmeqsûd und Eşrefiyê in Aleppo stehen unter einem schweren Embargo. Das Assad-Regime lässt keinen Treibstoff, kein Mehl und keine Medikamente in die Viertel. Zwei Kinder sind wegen des Embargos bereits gestorben.

Die selbstverwalteten Stadtviertel Şêxmeqsûd und Eşrefiyê sind dem Assad-Regime, das den Rest von Aleppo beherrscht, ein Dorn im Auge. Seit fünf Jahren werden die Stadtteile blockiert und die Einfuhr lebensnotwendiger Güter wird behindert. Im August 2022 wurde das Embargo verschärft. Es kommen nun kein Treibstoff, kein Mehl und keine Medikamente mehr in die Gebiete. Bisher hat das Embargo das Leben von zwei Kindern gefordert. Bei den beiden Opfern handelte es sich um den vier Jahre alten Wîsam Sido und den 17 Tage alten Hisên Kîbar. Beide starben aufgrund der Kälte. Den Menschen in den Stadtteilen fehlt im eisigen Winter der Brennstoff zum Heizen. Viele Kinder befinden sich mit Erkältungsinfekten im Krankenhaus Şehîd Xalid Fecer. Aber selbst die Krankenhäuser können häufig nicht beheizt werden und die gelagerten Medikamente gehen zur Neige.

Das Embargo hat bisher das Leben von zwei Kindern gefordert

Das Krankenhaus versorgt jeden Tag Hunderte von Patient:innen. Die meisten leiden unter Atemwegserkrankungen und Erkältungsinfekte, die sich rasend schnell aufgrund der fehlenden Heizmöglichkeiten ausbreiten. Um das Krankenhaus mit Öl zu versorgen, muss teurer geschmuggelter Dieselkraftstoff verwendet werden.

Besonders schwer betrifft dies auch Menschen mit Behinderung. Hilfsorganisationen werden daran gehindert, in die Viertel zu gelangen.

Kampf gegen die Kälte

Im Winter fallen die Temperaturen in Şêxmeqsûd und Eşrefiyê immer wieder auf Minusgrade. Aufgrund des Brennstoffmangels ist daher das Leben von Hunderttausenden von Menschen, insbesondere von Kindern und älteren Menschen, in Gefahr. Die Familien tun alles, was sie können, um ihre Gesundheit und ihre Kinder vor der Kälte zu schützen, aber es gibt keinen Brennstoff. Um dem Embargo und der Kälte zu trotzen, werden Möbel sowie alter Stoff und Plastikabfälle verbrannt. Die Menschen setzen sich wissentlich der Gesundheitsgefahr durch giftigen Rauch aus, um nicht zu erfrieren.

Möbel, Stoffe und Plastikabfälle werden verbrannt, um sich vor der Kälte zu schützen

Das Embargo lähmt die Wirtschaft und Grundversorgung

Aufgrund des Embargos mussten viele Textilbetriebe ihre Arbeit einstellen. Der aufgrund der Verknappung horrende Brennstoffpreis war nicht mehr zu bezahlen. Auch mussten Batteriefabriken in der Region Şiqeyêf geschlossen werden. Das bedeutet, dass zahlreiche Menschen kein Auskommen mehr haben.

Textilbetriebe mussten ihre Arbeit aufgrund der hohen Brennstoffpreise einstellen

Viele Organisationen der Zivilgesellschaft, insbesondere die Kommunen, die regelmäßig Brot an die ganze Bevölkerung verteilen, warnen, dass sie ihre Arbeit einstellen müssen. Die Verwaltung der Stadtbezirke Şêxmeqsûd und Eşrefiyê hat beschlossen, alle Projekte und Arbeiten wegen des Treibstoffmangels einzustellen. Denn es gibt zu wenig Dieselkraftstoff, und der vorhandene Dieselkraftstoff wird für Müllfahrzeuge verwendet, um so zumindest die weitere Verbreitung von Seuchen zu verhindern.

 

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