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Minbic: Fast 45.000 Menschen leben unter Dauerfeuer


Seit der Befreiung der Region Minbic aus den Händen des IS reißen die türkischen Angriffe nicht ab. 18 Dörfer mit insgesamt fast 45.000 Einwohner:innen befinden sich seit August 2016 de facto unter Dauerbeschuss.

Seit der Befreiung von Minbic durch die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) im August 2016 greift der türkische Staat permanent die Region an. Ausgangspunkt der Angriffe ist immer wieder Cerablus. Cerablus wurde am 24. August 2016 vom IS dem türkischen Staat überlassen. Seitdem sind insbesondere die Dörfer nördlich und westlich von Minbic von schweren Angriffen betroffen. Artilleriegranaten aus Cerablus schlagen praktisch täglich in den Orten Hoşeriyê, Refîa, Masî, Toxar, Awn al-Dadat (auch Aoun al-Dadat), Mohsenli, Arab Hasan, Umm al-Julud, Umm Edessa, Yaşlî, al-Dandaniya, Jamusiya, al-Seyada, Îlan, Quirt Wiran, Kawikli, Korhiyûk und Til Torîn ein. Diese Dörfer werden von Geflüchteten aus den besetzten Gebieten in Cerablus und Bab und der Ursprungsbevölkerung bewohnt. In der Region leben damit fast 45.000 Menschen.

Weitere Eskalation der Angriffe nach dem 19. November

Mit dem 19. November, dem Beginn der Ausweitung der türkischen Angriffe auf Rojava, haben auch in Minbic die Angriffe zugenommen, und es kommt immer wieder zu Versuchen von türkeitreuen Söldnergruppen, in der Region einzusickern. Bisher konnten diese Versuche jedoch vom Militärrat von Minbic zurückgeschlagen werden.

Angriffe sind Kriegsverbrechen“

„Wir fordern Russland, die internationale Koalition und den Sicherheitsrat auf, ihre Verantwortung anzuerkennen und die Menschen in Nord- und Ostsyrien vor dem Bombardement der türkischen Besatzungstruppen zu schützen“, erklärt Abraham al-Mashi.


Abraham al-Mashi, Anwalt aus Minbic, unterstreicht, dass es sich bei diesen Angriffen um Kriegsverbrechen handelt. Die Angriffe seien ein Verstoß gegen internationale Normen und Menschenrechtskonventionen und müssten bestraft werden. „Jeden Tag werden Menschen vertrieben, massakriert und bombardiert. Wir fordern Russland, die internationale Koalition und den Sicherheitsrat auf, ihre Verantwortung anzuerkennen und die Menschen in Nord- und Ostsyrien vor dem Bombardement der türkischen Besatzungstruppen zu schützen“, betont er.

Minbic – Im Fokus der Ambitionen des türkischen Faschismus

Die Region Minbic liegt schon lange im Fokus der Türkei. Zu Zeiten der IS-Besatzung war Minbic ein wichtiger Knotenpunkt des Handels mit Öl. Die vom türkischen Staat an den IS weitergegebenen Waffen und die geschleusten Dschihadisten wurden in vielen Fällen über Minbic in Syrien und im Irak verteilt. So stellte die Befreiung von Minbic einen schweren Schlag für die türkischen Ambitionen dar, den die Türkei von Anfang an durch Angriffe und Invasionsversuche wettmachen wollte. Bis heute bleibt Minbic eine Hochburg des Widerstands und ist damit besonderen Attacken ausgesetzt.

 

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