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KCK-Statement zu Explosion in ezidischem Geflüchtetencamp


Die KCK sieht eindeutige Hinweise dafür, dass der türkische Staat für die tödliche Explosion in einem Camp für ezidische Vertriebene aus Şengal verantwortlich ist. Die schnellen Schuldzuweisungen der PDK werfen Fragen auf.

Das Außenarbeitskomitee der KCK (Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans) erklärt zu der Explosion im Camp Rawanga in der vergangenen Nacht, dass alle Hinweise für einen Angriff des türkischen Staates handelt. In der Erklärung heißt es:

In den späten Abendstunden des 30. August 2021 kam es im Qadiya-Geflüchtetencamp in der Region Zaxo der Autonomen Region Kurdistan zu einer Explosion, durch die zwei Kinder getötet und zahlreiche Menschen verletzt wurden. Das Camp wird von Mitgliedern des ezidischen Volkes bewohnt, die dorthin flüchteten, als der IS in der Region Şengal einen Völkermord verübte. Wir drücken den Familien der Opfer dieses Angriffes unser Beileid aus und hoffen auf eine schnelle Genesung der Verletzten. Zugleich möchten wir all unseren Menschen, die sich in dem Camp aufhalten, versichern, dass wir stets an ihrer Seite stehen werden.

Alle Zeugenaussagen und die Art und Weise der Explosion deuten darauf hin, dass es sich um einen Angriff des türkischen Staates handelt. Während grundlegende Fragen bezüglich dieses Vorfalls noch unklar waren, versuchten einige lokale PDK-Vertreter und die PDK-Campleitung schnell durch provokative Äußerungen, der PKK die Verantwortung für die Explosion zu geben. Diese Haltung und Provokationen von PDK-Vertretern zielen darauf ab, den Vorfall als unabhängig von den ständigen Angriffe des türkischen Staates darzustellen und die Türkei von der Tatsache freizusprechen, dass sie Völkermordangriffe auf unser Volk ausführt.

Zu den Angriffen des faschistischen türkischen Staates am 16. und 17. August dieses Jahres, bei denen es zu Massakern auf dem Alten Markt der Stadt Şengal und in einem Krankenhaus kam, schwiegen die PDK-Vertreter. Doch gaben sie unserer Bewegung die Schuld für die Explosion im Qadiya-Geflüchtetencamp, noch bevor sie sich vor Ort ein Bild von den Ereignissen gemacht hatten. Wir verurteilen dies und möchten zugleich zum Ausdruck bringen, dass wir dies für einen bewusst ausgeführten Plan halten.

Der Angriff auf das Qadiya-Camp fand kurz nach einem internationalen Gipfel in Bagdad und dem Besuch des französischen Präsidenten Macron statt. Dass PDK-Vertreter so schnell unsere Bewegung für den Angriff verantwortlich gemacht haben, verstärkt den Eindruck, dass sie schon im Vorhinein über das Ereignis unterrichtet waren. Wir rufen daher unser Volk dazu auf, gegen diese voreingenommenen und provokativen Erklärungen Stellung zu beziehen und die verantwortlichen PDK-Vertreter zu verurteilen.

Als Bewegung haben wir stets die Rückkehr des ezidischen Volkes in seine Heimat Şengal und den Wiederaufbau der Region unterstützt. Das tun wir auch weiterhin. Wir werden weiterhin alle uns zur Verfügung stehenden Mittel dafür bereitstellen. Die jüngsten Ereignisse im Qadiya-Camp unterstreichen erneut die Notwendigkeit dafür, dass die Bevölkerung Şengals sich in ihrer Heimat selbst verwalten und verteidigen kann. Wir rufen daher insbesondere die irakische Regierung, aber auch die PDK und die internationalen Kräfte dazu auf, ihre schmutzigen Spiele mit der ezidischen Bevölkerung zu beenden. Die internationale Öffentlichkeit rufen wir zur Unterstützung für die legitime Forderung des ezidischen Volkes auf, sich selbst verwalten und verteidigen zu können.

 

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