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Türkische Drohnen greifen Flüchtlingslager Mexmûr an


Türkische Drohnen haben erneut das selbstverwaltete Flüchtlingslager Mexmûr in Südkurdistan angegriffen. Nach bisherigen Informationen wurde eine Frau verletzt, außerdem kam es zu Sachschäden.

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Das Flüchtlingslager Mexmûr wurde um 8.20 Uhr Ortszeit zum Ziel türkischer Drohnen. Nach bisherigen Informationen ist eine Frau bei dem Angriff leicht verletzt worden, zudem kam es zu Sachschäden. Solche Angriffe auf Flüchtlinge stellen nach dem Völkerstrafrecht Kriegsverbrechen dar.

13.000 Menschen leben selbstorganisiert in Mexmûr

Das Camp Mexmûr liegt etwa 60 Kilometer südwestlich von Hewlêr (Erbil), der Hauptstadt der Kurdistan-Region Irak. Im Flüchtlingslager Mexmûr, das offiziell unter dem Schutz des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) steht, leben heute etwa 13.000 Menschen. Die meisten von ihnen waren in den 1990er Jahren aufgrund der Repression des türkischen Staates und der Politik der verbrannten Erde gezwungen, ihre Dörfer in der Botan-Region in Nordkurdistan zu verlassen. Nach einer mehrjährigen Odyssee und Aufenthalten in verschiedenen Camps haben sie 1998 am Rand der Wüste das Lager Mexmûr gegründet. Die Campbevölkerung bildet damit die größte kurdische Flüchtlingsgemeinschaft weltweit.

Tödliche Luftangriffe der Türkei

Zum Angriffsziel wird das Lager bereits seit seiner Gründung. In der Regel ist die Türkei der Aggressor. Die türkische Regierung hat Camp Mexmûr im Rahmen ihres „Antiterrorkampfes” zum „PKK-Stützpunkt“ umgewidmet, um Kriegsverbrechen zu legitimieren. Erst am 5. Juni war eine von einer türkischen Drohne abgefeuerte Rakete in dem Lager eingeschlagen, drei Menschen kamen ums Leben. Vergangenes Jahr im April starben in Mexmûr drei Frauen bei einem tödlichen Luftschlag der Türkei.

 

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