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Girê Spî: Leben in Dörfern unter Dauerfeuer


Die türkische Armee versucht durch permanenten Artilleriebeschuss, die Bewohner:innen der selbstverwalteten Dörfer um das besetzte Girê Spî zu vertreiben und die Besatzungszone auszudehnen. Die Bevölkerung ist in einer verzweifelten Lage.

Die nordsyrischen Dörfer Erîda, Qiz Elî, Kor Hesen, Evdiko und Kopirlik sind nur einige der vielen Dörfer um Girê Spî (Tall Abyad), die unter türkischem Artilleriebeschuss liegen. Dutzende Häuser, Gärten und Grundstücke der Dorfbewohner:innen wurden beschädigt. Mit diesen Angriffen versucht der türkische Staat, die Bevölkerung zu vertreiben und die besetzten Gebiete auszudehnen.

Wir haben keine Tiere mehr, kein Land, keine Häuser“

Xelîl Derwêş aus dem Dorf Bîr Zinar erklärt gegenüber ANF zur aktuellen Situation: „Wir können wegen der Angriffe des türkischen Staates nicht in unseren Häusern bleiben. Unschuldige Menschen anzugreifen und Kinder zu ermorden, ist mit menschlicher Moral nicht hinnehmbar. Jedes Mal wenn es einen Angriff gibt, wissen wir nicht, wo die Granaten einschlagen werden. Wir haben keine Tiere mehr, kein Land, keine Häuser. Erdoğans Ziel ist es, uns zur Flucht von unserem Land zu zwingen, aber wir haben keine Angst vor Erdoğan. Sie sind nur Eindringlinge. Russland sollte hierherkommen und den Waffenstillstand durchsetzen, aber die russischen Truppen schauen nur zu. Russland kümmert sich nur um den Abschnitt der Schnellstraße M4 zwischen Ain Issa und Til Temir. Ansonsten tun die Truppen nichts. Jeden Tag verletzen der türkische Staat und seine Söldner das (Waffenstillstands-)Abkommen, aber Russland schaut nur zu."


Wir haben wegen der Angriffe alles verloren“

Yadê Selvis Haus wurde vollständig zerstört. Sie sagt: „Mein Haus wurde durch die Angriffe des türkischen Staates und seiner Söldner zerstört, ich habe kein Land mehr. Ich werde, wenn ich muss. in meinem zerstörten Haus sterben. Ich werde dennoch nirgendwo hingehen. Wohin sollte ich denn gehen? Gibt es denn noch irgendeinen Ort, an den wir hingehen können?“

Unsere Kinder sind tot, unser Land ist geplündert“

Fatma Zinar berichtet von den täglichen Mörserangriffen und sagt: „Unsere Kinder sind tot. Unsere Häuser, unser Land sind geplündert. Alle unsere Tiere sind weg, wir haben nichts mehr. Erdoğan hat Girê Spî, Serêkaniyê und Efrîn besetzt. Aber er ist immer noch nicht satt und setzt seine Angriffe und Invasionen fort.“

Kriegsverbrechen unter den Augen der internationalen Öffentlichkeit

Nicht nur die Invasion Nordsyriens ist völkerrechtswidrig. Die willkürlichen Artillerieangriffe stellen ein Kriegsverbrechen dar, das nach dem Völkerstrafrecht verfolgt werden müsste. Die Angriffe sind allgemein bekannt und belegt. Aus politischem Kalkül schweigen die internationalen Mächte jedoch und setzen ihre Kollaboration und Appeasementpolitik mit dem türkischen Faschismus fort.

 

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