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Friedensdelegation auf der Fahrt nach Mexmûr gestoppt


Mitglieder der #Delegation4Peace sind von irakischen Sicherheitskräften auf der Fahrt ins Flüchtlingslager Mexmûr in Südkurdistan gestoppt worden.

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Mitglieder der internationalen Friedensdelegation in Südkurdistan sind auf dem Weg zum Flüchtlingslager Mexmûr in Kerkûk gestoppt worden. Der Delegation wird von irakischen Sicherheitskräften die Weiterfahrt verweigert.

Die Friedensdelegation hält sich seit einigen Tagen in Südkurdistan auf, um Gespräche mit politischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu führen und gegen die Besatzung der Region durch die Türkei zu mobilisieren. Am Montag ist in Hewlêr (Erbil) die internationale Initiative „DEFEND KURDISTAN gegen die türkische Besatzung!” ausgerufen worden. Danach sind die Delegationsmitglieder nach Silêmanî gereist.

Mexmûr ist am 5. Juni von einer türkischen Killerdrohne angegriffen worden. In dem Flüchtlingslager, das offiziell unter dem Schutz des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) steht, leben heute etwa 13.000 Menschen. Die meisten von ihnen waren in den 1990er Jahren aufgrund der Repression des türkischen Staates und der Politik der verbrannten Erde gezwungen, ihre Dörfer in der Botan-Region in Nordkurdistan zu verlassen. Nach einer mehrjährigen Odyssee und Aufenthalten in verschiedenen Camps haben sie 1998 am Rand der Wüste das Lager Mexmûr gegründet. Die Campbevölkerung bildet damit die größte kurdische Flüchtlingsgemeinschaft weltweit. Heute ist Mexmûr mit seinen tausenden Kindern, die dort in die Staatenlosigkeit geboren wurden, eine Kleinstadt und trotz Armut, stetiger Bedrohung und Angriffen – ob durch die Türkei oder den IS – ein Ort des Friedens und der kollektiven Selbstbestimmung. Seit zwei Jahren ist es einem willkürlichen Embargo durch die Autonomieregierung in Hewlêr ausgesetzt.

Von türkischer Seite wird immer wieder der Vorwurf erhoben, dass die kurdische Arbeiterpartei PKK das Camp als „Rückzugsraum“ nutze und dort Personal rekrutiere und ausbilde. Mehrfach wurde das Camp bereits von der türkischen Luftwaffe angegriffen, zuletzt am 5. Juni. Wenige Tage zuvor drohte Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Staatsfernsehen mit einer „Säuberungsaktion“ in Mexmûr. Es handele sich um eine „Brutstätte“ von Qendîl und sei für die Türkei „genauso wichtig“ wie die Bergregion selbst, in der Ankara die PKK-Führung vermutet. Sollten die UN das Camp nicht „säubern“, werde es die Türkei als UN-Mitgliedsstaat selbst tun.

 

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