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Gemeinsame Beobachtungsposten in Ain Issa


Der QSD-Kommandant Riyad al-Xelef hat die Errichtung gemeinsamer Beobachtungsposten mit Russland und Damaskus in Ain Issa bestätigt. Damit sollen die türkischen Verstöße gegen das Waffenstillstandsabkommen überwacht werden.

Die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) haben sich am Montag mit Russland und Damaskus auf die Errichtung von Beobachtungsposten in Ain Issa geeinigt, um die türkische Aggression gegen die nordsyrische Kleinstadt und Verstöße gegen das Waffenstillstandsabkommen zu überwachen. Wie Riyad al-Xelef als Kommandant des Militärrats von Girê Spî heute auf einer Pressekonferenz mitteilte, sollen die gemeinsamen Militärposten im Osten und Westen von Ain Issa sowie im Norden an der Schnellstraße M4 errichtet werden.

Die Angriffe der türkischen Armee und ihrer islamistischen Söldner auf Ain Issa und Umgebung sind in den letzten Wochen intensiviert worden. Kurz davor hat sich die Türkei von fünf militärischen Beobachtungsposten in Idlib zurückgezogen. Durch den Artilleriebeschuss auf Ain Issa sind seit Ende November etliche Zivilisten getötet oder verletzt sowie zahlreiche Häuser beschädigt worden. Mehrere Versuche der Besatzungstruppen, die Stellungen der QSD beziehungsweise des örtlichen Militärrates zu umgehen und den Stadtkern zu infiltrieren, konnten vereitelt werden.

Die strategische Bedeutung von Ain Issa

Ain Issa gehört zu den wichtigen Zentren in der Euphrat-Region und liegt an der Verbindungsstraße zwischen Hesekê und Aleppo. Die Stadt ist von strategischer Bedeutung, da der Verkehrsweg M4 den Norden Syriens wie eine Lebensader durchzieht. Die Türkei und ihre Verbündeten wollen die Region schon länger an die illegale Besatzungszone angliedern. Die Einnahme des Gebiets würde der Türkei den Weg nach Raqqa freimachen, Kobanê wäre damit von den verbliebenen Autonomiegebieten in Nordostsyrien abgeschnitten.

Russland hält sich bedeckt

Im Oktober 2019 haben Putin und Erdogan im Zuge der türkischen Invasion in Nordsyrien ein Abkommen geschlossen, das für einen Waffenstillstand einen Rückzug der QSD von 32 Kilometern aus dem Grenzgebiet ins Landesinnere vorsah. Die QSD haben ihre Auflagen erfüllt, die türkischen Angriffe haben trotzdem nie aufgehört. Entlang der Grenzlinie zwischen dem besetzten Girê Spî und dem Norden von Ain Issa sind Einheiten der Besatzungstruppen stationiert. Ihnen gegenüber stehen Kräfte des syrischen Regimes, auch das ist Teil des Abkommens. Im Großraum Ain Issa befinden sich Einheiten der QSD und der Sicherheitskräfte vom Asayîş sowie russische Kräfte. Einer der russischen Stützpunkte ist direkt in der Stadt.

Russland hat sich bis heute nicht öffentlich zu den türkischen Angriffen geäußert und wägt offenbar weiter ab, inwieweit daraus Profit geschlagen werden kann. Die QSD und Russland haben mehrfach darüber verhandelt, wie die Angriffe gestoppt werden können. Bei den Gesprächen soll Russland vorgeschlagen haben, das Gebiet dem syrischen Regime zu überlassen. Das wurde von den QSD abgelehnt.

 

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