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Frauenzentren im Waşokanî-Camp unterstützen weibliche Flüchtlinge


Im Camp Waşokanî für Vertriebene aus der türkischen Besatzungszone Nordsyriens sind zwei Frauenzentren eingerichtet worden. Sie bieten weiblichen Flüchtlingen einen Raum, ihre Selbstorganisierung und Revolution aufrechtzuerhalten. 


Im Waşokanî-Camp in Nordostsyrien, das westlich der Kantonshauptstadt Hesekê in der Gemeinde Tiwêna für Vertriebene aus der türkischen Besatzungszone eingerichtet wurde, sind zwei Frauenzentren für weibliche Flüchtlinge eingerichtet worden. Sie bieten den Frauen ein Forum für ihre Selbstorganisierung, die Aufrechterhaltung ihrer Revolution und des demokratischen Systems in Rojava, aber auch eine Auszeit vom Lageralltag sowie Raum für das Erlernen von neuen Fähigkeiten. Angeboten werden die Frauenzentren vom Dachverband der kurdischen Frauenbewegung in den selbstverwalteten Gebieten Nord- und Ostsyriens, Kongreya Star, der Freien Frauenstiftung Syrien WJAR (ehemals „Stiftung der freien Frau in Rojava“) und dem Frauenrat für gesellschaftliche Gerechtigkeit der föderalen Cizîrê-Region.
„Türkische Besatzung wird Frauenrevolution nicht aufhalten“
Wie üblich in Rojava, wurden auch die Frauenzentren im Camp Waşokanî feierlich eröffnet. In der von der Autonomieverwaltung und dem Kurdischen Roten Halbmond (Heyva Sor a Kurd) ohne jegliche Unterstützung internationaler Hilfsorganisationen für Vertriebene aus Serêkaniyê (Ras al-Ain) und Girê Spî (Tall Abyad) errichteten Zeltstadt leben inzwischen rund 9.000 Menschen. Ein Großteil sind Frauen und Kinder. Viele von ihnen waren gekommen, um an der Eröffnungszeremonie teilzunehmen.
Foto: Kongreya Star
Nach dem Durchschneiden der grünen Bänder beider Zentren, eines davon das „Mala Jin“ (Frauenhaus), folgte die Begrüßung mit Ansprachen. Unter den Rednerinnen war auch Selwa Ahmed aus dem Vorstand von Kongreya Star in Serêkaniyê. Die Aktivistin erklärte zunächst, dass die türkische Besatzung die Revolution der Frauen von Rojava nicht aufhalten könne. Anschließend wies sie auf die Bestrebungen der Türkei und ihrer islamistischen Partner hin, die türkische Besatzungszone auf alle Gebiete im Grenzstreifen auszudehnen.
Foto: Kongreya Star
„Die Angriffe auf die Geflüchteten und die in den Besatzungszonen verbliebenen Menschen, insbesondere Frauen, halten unvermindert an. Während die Vertreibungen und Morde in Serêkaniyê und Girê Spî bereits mit faktischer Billigung internationaler Kräfte geschahen, geht das große Schweigen danach ebenfalls weiter. Wir fordern einschlägige Institutionen auf, sich von dieser Haltung zu distanzieren und endlich zu handeln.“

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