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Winter bedroht Vertriebene in Camp Waşokanî


Für die Vertriebenen in Nord- und Ostsyrien wird der Winter zur Qual: Bei Schneeregen und Wind sind viele Zelte in den Camps für Schutzsuchende bereits eingebrochen. Nahezu alle internationalen Hilfsorganisationen sehen dem Elend zu.


Angesichts der Not Tausender Vertriebener aus den türkischen Besatzungszonen Nordsyriens bei Kälte und Schneeregen rufen die Schutzsuchenden im Waşokanî-Camp bei Hesekê die internationale Gemeinschaft zu sofortiger Unterstützung auf. Der Wintereinbruch sei lebensbedrohlich, da viele Zelte schon jetzt bei Regenmassen eingebrochen sind.
In dem von der Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyriens errichteten Camp Waşokanî leben mittlerweile fast 4.000 Menschen, die vor den türkischen Besatzungstruppen aus Serêkaniyê (Ras al-Ain) und Girê Spî (Tall Abyad) geflüchtet sind. Die einzige Organisation, die sich mit ihren begrenzten Möglichkeiten um die Bedürfnisse der Menschen im Camp kümmert, ist der Kurdische Rote Halbmond (Heyva Sor a Kurd). Unterstützung von internationalen Hilfsorganisationen ist in Waşokanî bislang nicht angekommen. Im Hinblick auf tausende weitere Neuankömmlinge ist die Hilfe von internationalen Organisationen aber dringend erforderlich.

Die Bewohner*innen des Camps kritisieren, dass die internationale Staatengemeinschaft dem Elend der Vertriebenen nur zusehe. Solche, die bis zur Invasion in Rojava vor Ort waren, haben mit Beginn der völkerrechtswidrigen Angriffe die selbstverwalteten Gebiete Nord- und Ostsyriens verlassen. Die Camp-Verwaltung warnt zudem davor, dass die Kältewelle vor allem für Kinder und neugeborene Babys lebensgefährlich werden kann.

Seit Beginn des türkischen Besatzungskriegs in Nordsyrien mussten mehr als 300.000 Menschen aus ihrer Heimat flüchten. Infolge der Angriffe sind laut den jüngsten Zahlen der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien knapp 500 Zivilisten ums Leben gekommen und 1.100 Menschen verletzt worden. Viele der Geflüchteten sind in Richtung Süden geflohen, wo sie bei Familienangehörigen, in öffentlichen Gebäuden oder Geflüchtetencamps unterkommen.

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