Frauenstiftung erhält offizielle Anerkennung in Syrien
Die Frauenstiftung WJAS ist erstmals offiziell als zivilgesellschaftliche Organisation in Syrien anerkannt worden. Mit der Registrierung geht eine Namensänderung zu SJAS einher.
Die Frauenstiftung „Weqfa Jina Azad a Sûriyê (WJAS)” hat kürzlich Neuigkeiten bezüglich ihrer Organisation veröffentlicht: Die Frauenstiftung ist nun offiziell als zivilgesellschaftliche Organisation in Syrien anerkannt und kann so ihre Arbeit im ganzen Land weiter durchführen und ausbauen. Mit der Anerkennung geht eine Anpassung des Organisationsnamens einher: Aus WJAS wird Saziya Jina Azad a Sûriyê (SJAS). Das kurdische Wort Saziya bedeutet Institution und kann auch mit Stiftung übersetzt werden. Deshalb bleibt die Organisation in der deutschen Übersetzung Frauenstiftung. Das Wort Weqfa wird ebenfalls mit Stiftung übersetzt, wird jedoch im Arabischen eher für religiöse, karitative Institutionen verwendet, weshalb es von den Behörden der syrischen Übergangsregierung nicht akzeptiert wurde.
Mit der Anerkennung sind die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Fortführung der Arbeit geschaffen. Schon seit 2014 in Nordostsyrien aktiv, wurden verschiedene Bildungs- und Gesundheitsangebote entwickelt, um die Lebenssituation von Frauen und Kindern zu verbessern und ihre Autonomie zu stärken. Dazu gehören unter anderem Ausbildungskurse im Näh- und Friseurhandwerk, niedrigschwellige Gesundheitsangebote wie die Ari-Kliniken und eine mobile Klinik, Sprach-, Musik- und Sportkurse sowie Seminare und Vorträge zu verschiedenen gesellschaftlichen und frauenrechtsspezifischen Themen.
Sultan Xuşo, Vorsitzende von SJAS, betont: „Diese Arbeit geht unverändert weiter, unser Engagement, Ziele und Werte bleiben die gleichen, nur unter neuem Namen. Außerdem planen wir weitere Aktivitäten und die Ausweitung unserer Arbeit. Denn wir sehen, dass diese in Anbetracht der derzeitigen Situation mehr als notwendig ist.“
Die politische Lage in Nordostsyrien ist weiter ungewiss. Anfang des Jahres wurden die Büros der Frauenstiftung in Aleppo, Raqqa und Tabqa im Zuge der militärischen Offensive der syrischen Übergangsregierung und ihrer Verbündeten geplündert und zerstört. Die gesellschaftliche Lage für Frauen hat sich verschlechtert. Umso wichtiger ist es für SJAS, weiter für die Frauen und Kinder in Syrien da zu sein. Erste Angebotsausweitungen wurden bereits bekannt: In Hesekê gibt es seit einigen Wochen einen Taekwondo-Kurs für Kinder und junge Frauen. Der Sport verbindet körperliches Training mit mentaler und persönlicher Entwicklung. Dazu gehören ein gestärktes Selbstvertrauen, Disziplin, Teamgeist, ein verbessertes Körpergefühl sowie die Ermutigung, Grenzen zu setzen und diese klar zu kommunizieren.
Um Frauen in ihrer Selbstständigkeit zu stärken, wird eine Fahrschule für Frauen angeboten. Derzeit nimmt SJAS Anmeldungen für den Fahrkurs entgegen. Der Erwerb des Führerscheins und die Fähigkeit, selbst Auto zu fahren, können Frauen mehr Unabhängigkeit und Mobilität im Alltag ermöglichen.
Auch das Europakomitee, engagiert in Solidaritäts- und Öffentlichkeitsarbeit für die Frauenstiftung, hat bereits auf die Namensanpassung reagiert: Die Website ist nun auch unter www.freewomanfoundationsyria.org erreichbar, der Instagram-Account unter @freewomanfoundationsyria. Die bisherigen Kontaktdaten bleiben während einer Übergangszeit weiterhin gültig, sodass das Europakomitee wie gewohnt erreichbar ist.
Auch das Spendenkonto bleibt gleich, lediglich das Stichwort wurde angepasst:
Kurdistanhilfe e.V.
Stichwort: SJAS
Bank: Hamburger Sparkasse
IBAN: DE40 2005 0550 1049 2227 04
BIC: HASPDEHHXXX
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