Südkurdistan im Irak: PDK blockiert Rückkehr nach Şîladizê
Bewohner:innen von Şîladizê werfen der PDK vor, ihre Rückkehr in dutzende infolge der türkischen Besatzung entvölkerte Dörfer zu blockieren. Nach einer gestoppten Rückkehrinitiative richten Vertreter:innen der Region nun eine letzte Warnung aus.
Die Bevölkerung der Region Şîladizê wirft der Demokratischen Partei Kurdistans (PDK) vor, die Rückkehr in dutzende Dörfer zu verhindern, die infolge der türkischen Besatzung und Militäroperationen in der Region entvölkert wurden. Nachdem eine Rückkehrinitiative von der PDK gestoppt worden war, haben Vertreter der Region der Partei nun eine letzte Warnung übermittelt. Betroffen sind vor allem Angehörige des Rêkanî-Stammes, die in rund 80 Dörfern innerhalb der Grenzen von Şîladizê lebten. Viele dieser Dörfer sind seit Jahren von der Außenwelt abgeschnitten, während den Bewohner:innen der Zugang zu ihren Häusern, Feldern und Weideflächen verwehrt bleibt.
Rückkehrinitiative gestoppt
Um in ihre Dörfer zurückzukehren, starteten Bewohner:innen der Region eine Initiative und machten sich auf den Weg in die betroffenen Gebiete. Ihr Vorhaben wurde jedoch von PDK-Truppen verhindert. Die Blockade führte zu Spannungen vor Ort und löste Proteste aus. Die Bewohner:innen werfen den Verantwortlichen vor, die fortdauernde Entvölkerung der Region zu akzeptieren und die Rückkehr der Bevölkerung zu behindern.
Aktivist festgenommen
Im Zuge der Proteste wurde auch der Aktivist Zêdan Adil Sîtekî festgenommen. Nach seiner Freilassung erklärte er, die PDK habe ihn festgesetzt, um die Aktion zu verhindern. „Wir sagen den Verantwortlichen offen: Bis zum letzten Tropfen unseres Blutes werden wir uns niemandem beugen und von unseren Forderungen keinen Schritt zurückweichen“, sagte Sîtekî. Er betonte, dass die Maßnahmen gegen die Aktivist:innen den Willen der Bevölkerung nicht brechen würden.
Delegation richtet letzte Warnung an die PDK
Nach den Ereignissen suchte eine Delegation aus Würdenträger:innen der Rêkanî die PDK-Vertretung in Amêdî auf. Dort forderten sie die Öffnung der Straßen in die Region Rêkan sowie die Aufhebung der Einschränkungen, die eine Rückkehr in die Dörfer verhindern. Im Namen der Bevölkerung übermittelten sie den Verantwortlichen eine letzte Warnung. Sollte die Abriegelung der Region fortgesetzt werden, werde die gesellschaftliche Unzufriedenheit weiter wachsen und die Situation eine gefährliche Dimension annehmen.
Mehr als 280 Dörfer betroffen
Nach Angaben aus der Region hat die Sperrung der Straße nach Rêkan weitreichende Folgen für die Bevölkerung. Betroffen sind demnach 206 Dörfer innerhalb der Grenzen von Amêdî sowie weitere 80 Dörfer im Raum Şîladizê. Die Vertreter:innen der Region halten an ihrer Forderung fest, die Zufahrtswege zu öffnen und den Bewohnern die Rückkehr in ihre Dörfer zu ermöglichen.
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