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Rojhilat: PJAK sieht Einheit als Schlüssel für neue politische Phase

 


Die PJAK unterstreicht die Bedeutung einer geeinten kurdischen Politik in Rojhilat. Als Teil der bestehenden Allianz sieht sie in der Zusammenarbeit der Parteien eine zentrale Voraussetzung für politische Stärke und Einfluss.

Koordinierung stärkt Handlungsfähigkeit
 
ANF / REDAKTION, 23. März 2026.

Die Partei für ein freies Leben in Kurdistan (PJAK) hat die Bildung und Vertiefung einer politischen Einheit der kurdischen Kräfte in Rojhilat (Ostkurdistan) als strategische Notwendigkeit hervorgehoben. Die Organisation ist selbst Teil der bestehenden Allianz politischer Kräfte des iranischen Kurdistans und versteht sich als aktiver Motor dieses Prozesses. In einer am Montag veröffentlichten ausführlichen Analyse betont die PJAK, dass die kurdische Frage in Iran und im gesamten Nahen Osten zu den komplexesten und zugleich ungelösten Konflikten der Region gehört. Neben der repressiven Politik der Nationalstaaten in Kurdistan und der systematischen Leugnung kurdischer Identität sei insbesondere die Zersplitterung der kurdischen politischen Kräfte ein zentrales Problem.

Fragmentierung führt zu Schwächung

Die Organisation verweist darauf, dass kurdische Bewegungen historisch immer dann an Einfluss gewonnen haben, wenn sie koordiniert und gemeinsam agieren. „Umgekehrt hat die Fragmentierung dazu geführt, dass gesellschaftliches und politisches Potenzial ungenutzt geblieben ist und staatliche Akteure diese Schwäche gezielt ausnutzen konnten.“ Vor diesem Hintergrund bewertet die PJAK die Entwicklung einer gemeinsamen politischen Struktur in Rojhilat nicht als taktische Option, sondern als strategische Voraussetzung für politischen Einfluss. Eine solche Einheit könne die Grundlage für eine abgestimmte politische Praxis, gemeinsame Programme und eine stärkere Präsenz auf nationaler wie internationaler Ebene schaffen.

Gesellschaftliche Verankerung politischer Einheit

Zugleich unterstreicht die PJAK, dass Einheit nicht auf ideologischer Gleichförmigkeit beruhen müsse. Stattdessen solle sie auf der Anerkennung politischer und gesellschaftlicher Vielfalt basieren. In diesem Zusammenhang verweist die Organisation auf ihr Konzept der „demokratischen Nation“, das unterschiedliche politische Strömungen in einem gemeinsamen Rahmen zusammenführen soll. Ein zentraler Aspekt der PJAK-Position ist die gesellschaftliche Verankerung der politischen Einheit. Bündnisse, die sich auf Parteiführungen beschränken, seien nicht dauerhaft tragfähig. Deshalb müsse die Einheit durch soziale, kulturelle und zivilgesellschaftliche Netzwerke gestützt werden. Diese Herangehensweise unterscheidet sich bewusst von rein parteipolitischen Bündnissen und versteht Einheit als langfristigen Prozess gesellschaftlicher Organisierung.

Koordinierung stärkt Handlungsfähigkeit

Gleichzeitig benennt die PJAK auch die bestehenden Hindernisse. Ideologische Unterschiede, historische Rivalitäten und unterschiedliche strategische Ansätze innerhalb der kurdischen Bewegung erschweren eine Annäherung. Hinzu kommen die repressiven politischen Bedingungen in Iran und Rojhilat, die die Handlungsspielräume kurdischer Parteien erheblich einschränken. Dennoch sieht die Partei die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten als Chance. Erfahrungen aus Nord-, Süd- und Westkurdistan – insbesondere jedoch in Rojava hätten gezeigt, dass koordinierte politische Strukturen die Handlungsfähigkeit kurdischer Kräfte deutlich stärken können. In diesem Zusammenhang wird auch die aktive Rolle der PJAK hervorgehoben. Die direkte Beteiligung der Ko-Vorsitzenden Peyman Viyan im Dialogzentrum ostkurdischer Kräfte und der daraus resultierenden Gründung der Rojhilat-Koalition wird als Ausdruck eines strategischen Engagements für die Einheit bewertet.

Breite, inklusive und stabile Einheit aufbauen

Als Teil der Allianz politischer Kräfte des iranischen Kurdistans sieht die PJAK ihre Aufgabe darin, den Einigungsprozess weiter voranzutreiben und zu vertiefen. Ziel sei es, die kurdische Bewegung in Rojhilat organisatorisch zu stärken und politisch handlungsfähiger zu machen. Eine erfolgreiche und dauerhafte Koalition könne nicht nur die politischen Rechte der Kurd:innen in Iran stärken, sondern auch ihre Rolle in den regionalen Machtverhältnissen neu definieren. Darüber hinaus würde eine geeinte politische Stimme die internationale Sichtbarkeit kurdischer Forderungen erheblich erhöhen. Die PJAK betont abschließend, dass eine solche Entwicklung den Beginn einer neuen Phase für die kurdische politische Bewegung in Iran markieren könnte – vorausgesetzt, es gelingt, eine breite, inklusive und stabile Einheit aufzubauen.

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