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Verseuchtes Wasser bedroht Leben im belagerten Kobanê

 


Aufgrund von Ausfällen der Wasserwerke haben die Einwohner:innen von Kobanê keinen Zugang zu Trinkwasser. Sie greifen gezwungenermaßen auf Brunnenwasser zurück, das nicht ausreichend sauber ist und zahlreiche Krankheiten verursacht.

Keine Medikamente verfügbar
 
CÛDÎ ÎBRAHÎM / KOBANÊ, 11. Feb. 2026.

Aufgrund der schweren Belagerung von Kobanê, die nun schon seit 23 Tagen andauert, ist die Versorgung der Stadt mit Trinkwasser, Strom und allen grundlegenden Gütern blockiert. Gezwungenermaßen nutzen die Einwohner:innen generatorbetriebene Brunnen, um sich überhaupt mit Wasser zu versorgen. Dieses Wasser ist jedoch nicht aufbereitet und entspricht nicht den Standards für Leitungswasser. Infolgedessen grassieren zunehmend Krankheiten in der Stadt. Laut Ärzt:innen des Krankenhauses von Kobanê suchen täglich etwa 200 Menschen mit Beschwerden medizinische Hilfe auf, darunter überwiegend Kinder.

 

Keine Medikamente verfügbar

Xewle Ehmed Mehmûd Kind ist krank, doch die Mutter findet keine Möglichkeit für eine Behandlung: „Mein Kind hat zwei oder drei Krankheiten gleichzeitig entwickelt. Wir suchen nach Medikamenten, können aber keine finden. Einige Apotheken hatten sie, aber sie verkauften sie zu sehr hohen Preisen, und jetzt sind selbst diese nicht mehr verfügbar. Wir sind belagert, und die Krankheiten nehmen von Tag zu Tag zu. Aufgrund des kalten Wetters werden insbesondere Kinder krank, und sogar Milch ist nicht verfügbar. Wir fordern, dass diese Belagerung sofort aufgehoben wird.“

Zirîfe Mihemed leidet unter mehreren chronischen Erkrankungen. Jüngst war sie von Raqqa nach Kobanê geflohen: „Wir haben unser Leben damit verbracht, ständig zu migrieren. Unser Zuhause und unser Besitz befanden sich in Raqqa. Alles wurde gestohlen. Ich bin auch krank; ich leide an Herzkrankheit, Diabetes, Asthma und Bluthochdruck. Ich bin aufgrund der Strapazen, die ich erlitten habe, in diese Situation geraten.

Meine Medikamente sind nicht verfügbar. Wir sind seit zwei Tagen im Krankenhaus. In diesen zwei Tagen erhalten wir die Medikamente, die verfügbar sind, aber wir können diejenigen, die nicht verfügbar sind, nicht bekommen. Kobanê ist derzeit belagert und alles ist geschlossen. Als Patient:innen fordern wir die Behörden auf, ihrer Verantwortung nachzukommen.“

Jeden Tag kommen Hunderte von Menschen aufgrund von Wasserknappheit und das Trinekn von verunreinigtem Wasser ins Krankenhaus von Kobanê. Die Krankheiten in der Stadt nehmen stetig zu, und das Risiko schwererer Epidemien wächst.

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