Nur noch eine Bäckerei in Kobanê in Betrieb
Die anhaltende Blockade von Kobanê trifft die Versorgung der Bevölkerung massiv. Brot kommt derzeit nur noch aus einer einzigen Großbäckerei, die unter Kriegsbedingungen rund um die Uhr arbeitet und täglich etwa 40.000 Brottüten produziert.
Die anhaltende Belagerung von Kobanê verschärft die Versorgungslage in der Stadt weiter. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ANHA ist derzeit nur noch eine einzige Großbäckerei in Betrieb, um den Brotbedarf der Bevölkerung zu decken. Die Anlage produziert demnach täglich rund 40.000 Tüten Brot und arbeitet im Dauerbetrieb.
Die Blockade Kobanês durch Truppen und Milizen der syrischen Übergangsregierung dauert inzwischen seit einem Monat an – trotz eines Abkommens, das eine Aufhebung der Belagerung vorsieht. Für die Bevölkerung hat das den Zugang zu grundlegenden Gütern massiv erschwert, besonders bei Lebensmitteln und Brot. Die städtische Großbäckerei in Kobanê ist damit zur zentralen und faktisch einzigen Versorgungsquelle für Brot geworden.

Über die Lage in der Bäckerei sprachen der Leiter Mihemed Hisên sowie der Mitarbeiter Ebdulsemed Seîd Welo. Hisên erklärte, in der Bäckerei arbeiteten rund 100 Beschäftigte. Unter den gegenwärtigen Bedingungen laufe der Betrieb 24 Stunden am Tag. Zahlreiche Bewohner:innen der Stadt unterstützten die Arbeit, um die Produktion aufrechtzuerhalten. „Die Beschäftigten organisieren ihre Einsätze in Schichten von jeweils sechs bis sieben Stunden, damit die Produktion nicht unterbrochen wird“, sagte Hisên. Wegen der Flucht vieler Familien aus den umliegenden Dörfern in die Stadt sei die Bevölkerungszahl in Kobanê allerdings massiv gestiegen. Dadurch habe sich auch der Bedarf an Brot deutlich erhöht.

Laut Hisên läuft die Bäckerei seit Beginn der Belagerung ohne Unterbrechung. Die hohe Arbeitsdichte und die Angriffe hätten aber für die Beschäftigten gefährliche Situationen geschaffen. Trotzdem, so der Betriebsleiter, werde die Arbeit fortgesetzt: „Trotz der Schwierigkeiten der Belagerung werden wir die Bevölkerung weiter versorgen.“ Auch Welo betonte, dass die Beschäftigten ihren Dienst fortsetzen wollen. „Wir stehen weiter im Dienst der Bevölkerung von Kobanê und wollen die aktuellen Schwierigkeiten gemeinsam überwinden.“ Zugleich forderte Welo, die Belagerung der Stadt so schnell wie möglich zu beenden.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen