Kundgebungen in Rojava fordern verfassungsrechtliche Anerkennung des Kurdischen
Zum Internationalen Tag der Muttersprache gingen in mehreren Städten Rojavas tausende Menschen auf die Straße. Sie verlangen die verfassungsrechtliche Anerkennung des Kurdischen und garantierten muttersprachlichen Unterricht in einem neuen Syrien.
Anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprache haben in zahlreichen Städten Rojavas Massenkundgebungen stattgefunden. In Hesekê, Qamişlo, Tirbespiyê, Dirbêsiyê, Til Temir, Amûdê, Dêrik und weiteren Orten forderten Demonstrierende die verfassungsrechtliche Anerkennung der kurdischen Sprache in Syrien und das garantierte Recht auf Bildung in der Muttersprache.

Organisiert wurden die Märsche überwiegend von Bildungsinstitutionen der Autonomieverwaltung. Lehrkräfte, Schüler:innen sowie Vertreter:innen zivilgesellschaftlicher Organisationen beteiligten sich zahlreich. Transparente mit Aufschriften wie „Unsere Sprache ist unsere Identität“ und „Bildung in der Muttersprache ist unser legitimes Grundrecht“ prägten das Bild.

In Erklärungen wurde betont, dass Kurdisch nicht auf symbolische Anerkennung oder wenige Unterrichtsstunden beschränkt bleiben dürfe. Die Sprache müsse als offizielle Sprache in einer künftigen syrischen Verfassung verankert werden. Zwar sei mit einem Dekret ein formaler Schritt erfolgt, doch reiche dieser nicht aus, um die sprachlichen Rechte dauerhaft abzusichern.

Mehrere Redner:innen verwiesen darauf, dass die Anerkennung sprachlicher Vielfalt eine zentrale Voraussetzung für einen demokratischen Neuaufbau Syriens sei. Der Schutz der Muttersprache sei untrennbar mit kultureller Identität und gesellschaftlicher Teilhabe verbunden.

Die Demonstrationen endeten jeweils mit gemeinsamen Erklärungen und dem erneuten Bekenntnis, für die institutionelle und verfassungsrechtliche Absicherung der kurdischen Sprache weiter einzutreten.
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