Europäische Delegation untersucht Menschenrechtsverletzungen in Rojava
Eine Delegation europäischer Jurist:innen und Menschenrechtler:innen ist nach Rojava gereist, um mutmaßliche Kriegsverbrechen in der Region zu untersuchen. Zum Abschluss soll ein Bericht veröffentlicht und internationalen Institutionen vorgelegt werden.
Eine Delegation aus europäischen Jurist:innen und Mitgliedern von zivilgesellschaftlichen Organisationen ist nach Rojava gereist, um mutmaßliche Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen in der Region zu untersuchen. Mitglied der Delegation ist auch der frühere isländische Justiz- und Innenminister Ögmundur Jónasson.
Gegenüber der Nachrichtenagentur ANHA erklärte Jónasson, die Gruppe wolle sich vor Ort ein eigenes Bild von den Ereignissen rund um die Angriffswelle der syrischen Übergangsregierung und ihrer Verbündeten gegen die nordostsyrische Selbstverwaltung und die Umsetzung des Integrationsabkommens zwischen Rojava und Damaskus machen. „Wir sind aus humanitären Gründen hier und wollen untersuchen, was in Rojava und der Region geschehen ist“, sagte der Politiker.
Die Delegation besteht aus Fachleuten aus juristischen und medizinischen
Bereichen. Geplant seien Gespräche mit Verantwortlichen, Zeug:innen
sowie Vertreter:innen von Institutionen. Ein erster Austausch fand laut
Jónasson mit dem Gesellschaftlichen Rat für Gerechtigkeit in der
Cizîrê-Region statt. Durch diese Gespräche seien die Widersprüche im
Vorgehen der Übergangsregierung in Damaskus deutlicher geworden.
„Einerseits ist von Integration die Rede, andererseits bestehen erhebliche Probleme im Justizbereich. Von Integration zu sprechen, während die Belagerung von Kobanê andauert, ist ein offensichtlicher Widerspruch“, sagte Jónasson. Er kündigte an, die Delegation werde zum Abschluss der Reise einen Bericht verfassen und diesen sowohl der Öffentlichkeit als auch zuständigen Institutionen und internationalen Stellen übermitteln.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen