Zivile Solidarität in Hesekê: Bäcker versorgt täglich Verteidigungsposten
Ein Lebensmittelhändler in Hesekê verteilt jeden Abend Brot, Wasser und Süßigkeiten an Verteidigungsposten – als Beitrag zur Mobilmachung gegen islamistische Angriffe. Die Solidarität in Nordostsyrien geht weit über das Militärische hinaus.
Im Zuge der von der Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens ausgerufenen Mobilmachung für Rojava wächst in der Stadt Hesekê die zivilgesellschaftliche Unterstützung für die lokalen Sicherheits- und Verteidigungseinheiten. Ein Lebensmittelhändler beliefert seit mehreren Tagen regelmäßig Verteidigungspunkte und Patrouillen mit Grundnahrungsmitteln – ein Beispiel für die wachsende Solidarität zwischen Bevölkerung und bewaffnetem Widerstand.
Der Mann, der in Hesekê ein kleines Geschäft betreibt, fährt jeden Abend verschiedene Wachposten ab und verteilt dort Brot, Wasser und Süßigkeiten an die eingesetzten Einheiten. „Ich sehe es als meine Aufgabe, unsere Leute zu unterstützen, die uns gegen die Angriffe der Milizen verteidigen. Was immer wir im Laden haben, teilen wir täglich“, sagte er gegenüber ANF.
Die Aktion ist Teil einer breiteren gesellschaftlichen Mobilisierung,
die in den vergangenen Wochen in mehreren Städten der Autonomieregion
sichtbar wurde. Der anhaltende Druck durch dschihadistische
Gruppierungen unter dem Kommando der HTS-Regierung in Damaskus sowie
durch mit der Türkei verbündete Milizen hat nicht nur zu militärischen
Gegenmaßnahmen, sondern auch zu verstärkter zivilgesellschaftlicher
Teilhabe geführt. In vielen Nachbarschaften organisieren sich
Anwohner:innen, um Verteidigungslinien zu versorgen, Wachdienste zu
übernehmen oder Lebensmittel und Kleidung bereitzustellen. Frauen,
Jugendliche und ältere Menschen beteiligen sich an Hilfsketten, um die
Versorgung der Frontlinien aufrechtzuerhalten.
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