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Qeremox: „Wir werden den Tişrîn-Staudamm nicht aufgeben“

 


Der strategisch bedeutende Tişrîn-Staudamm südlich von Kobanê steht unter schwerem Beschuss. Die syrische Armee und verbündete pro-türkische Milizen greifen mit Panzern und Artillerie an.

Schwere Gefechte am Euphrat
 
ANF / TIŞRÎN, 18. Jan. 2026.

Die am 6. Januar von der sogenannten syrischen Armee und Milizen unter dem Kommando der Türkei begonnenen Angriffe auf die kurdischen Viertel Şêxmeqsûd und Eşrefiyê in Aleppo haben sich inzwischen auf weite Teile Nord- und Ostsyriens ausgeweitet. Neben den Kantonen Tabqa, Raqqa und Deir ez-Zor ist nun auch der Süden von Kobanê ins Visier geraten – insbesondere der strategische Tişrîn-Staudamm am Euphrat. Die Angreifer setzen Panzer, Haubitzen und schwere Artillerie ein.

Kawa Qeremox, Frontkommandant Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) am Tişrîn-Staudamm, erklärte im Gespräch mit ANF, dass seine Einheiten weiterhin in ihren Stellungen seien und mit voller Entschlossenheit Widerstand leisteten. Er wies in sozialen Medien kursierende Behauptungen zurück, wonach sich die QSD von der Dammanlage zurückgezogen hätten. Diese seien Teil einer gezielten psychologischen Kriegsführung, so Qeremox. „Wir sind am Staudamm und werden bis zum Ende Widerstand leisten. Diese Lügen haben keinerlei Wahrheitsgehalt. Sie sollen nur die Moral unseres Volkes untergraben.“


Die Angriffe zielten klar darauf ab, den Staudamm zu erobern, so der Kommandant. Doch der Widerstand werde nicht weichen. „Dieser Staudamm gehört unserem Volk. Unser Volk hat für diesen Ort große Opfer gebracht – Gefallene, Verwundete, Kinder, die hier ihr Leben verloren. Deshalb kann sich unser Volk auf seine Kräfte verlassen. Wie wir den Staudamm in früheren Angriffswellen gehalten haben, werden wir ihn auch diesmal nicht aufgeben.“

Türkische Panzer an der Frontlinie

Nach Angaben Qeremox’ sind an den vordersten Linien gepanzerte Fahrzeuge und Panzer der türkischen Armee stationiert. Seine Antwort fällt deutlich aus: „Selbst wenn nicht nur die Türkei, sondern die ganze Welt gegen uns steht, wir werden diesen Staudamm nicht aufgeben. Der Sieg gehört uns.“

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