MSD-Vorsitzender für Deir ez-Zor von Übergangsregierung festgenommen
Der Demokratische Syrienrat fordert die sofortige Freilassung seines Ko-Vorsitzenden für Deir ez-Zor Ghassan al-Youssef. Die Festnahme des Politikers erfolgte durch Truppen der syrischen Übergangsregierung.
Der Demokratische Syrienrat (MSD) hat die Festnahme seines Ko-Vorsitzenden für Deir ez-Zor, Ghassan al-Youssef, durch die sogenannte syrische Übergangsregierung öffentlich gemacht und scharf verurteilt. Das Gremium bezeichnete die Inhaftierung als „willkürlich, rechtswidrig und politisch motiviert“ und forderte al-Youssefs Freilassung.
In einer Stellungnahme warf der MSD der in Damaskus herrschenden Interimsregierung des selbsternannten Präsidenten Ahmed al-Scharaa vor, gezielt friedliche politische Akteure ins Visier zu nehmen, um den Weg zu einem nationalen Dialog zu blockieren. Die Festnahme Youssefs sei ein Angriff auf den politischen Prozess und sende „verheerende Signale für jede Perspektive auf Deeskalation und Verhandlungslösungen“.
Ghassan al-Youssef gehört zu den bekannten Persönlichkeiten innerhalb der Strukturen der Selbstverwaltung in Ostsyrien und gilt als Vertreter eines politischen Kurses, der auf Dialog, Integration und zivile Stabilität setzt. „Die Entscheidung, trotz aller Risiken in der Region zu bleiben und zivilgesellschaftlich zu wirken, war kein Akt der Konfrontation, sondern Ausdruck nationaler Verantwortung“, heißt es in der Erklärung.
Der MSD warnte zudem davor, die lokale Bevölkerung für politische Entwicklungen zu bestrafen. Wer unter dem Dach der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) mitarbeitete, habe dies oft aus dem Bedürfnis nach Schutz, Stabilität und Perspektive getan, nicht aus Abgrenzung von Syrien. „Als MSD fordern wir die sofortige und bedingungslose Freilassung unseres Ko-Vorsitzenden. Wir warnen vor einer weiteren Eskalation. Wer politische Dialogbereitschaft durch Repression beantwortet, trägt die Verantwortung für die wachsende Instabilität.“
Abschließend heißt es in der Erklärung: „Während wir unsere klare und entschlossene Haltung bekräftigen, unterstreichen wir zugleich unser dauerhaftes Bekenntnis zum friedlichen politischen Handeln und zu einer umfassenden nationalen Lösung, die Syriens Einheit und Souveränität garantiert und den Weg ebnet für eine neue Phase, getragen von Gerechtigkeit und einem demokratischen Übergang – fern von Ausgrenzung und Vergeltung.“
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