Hesekê: Bevölkerung mobilisiert sich für Widerstand in Şedadê
Nach dem Aufruf zur Generalmobilmachung durch die Autonomieverwaltung haben sich Bewohner:innen Hesekês auf den Weg nach Şedadê gemacht. Sie wollen die Frontkräfte der QSD unterstützen.
In Reaktion auf die andauernde Angriffswelle gegen Nord- und Ostsyrien haben sich zahlreiche Bewohner:innen der Stadt Hesekê dem bewaffneten Widerstand angeschlossen. In einem Konvoi aus Dutzenden Fahrzeugen machten sich die Menschen am Montagabend auf den Weg in Richtung Şedadê (asch-Schaddadi), um die dortigen Kämpfer:innen der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) und der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) zu unterstützen.
Der Schritt folgt auf die von der Selbstverwaltung (DAANES) ausgerufene Generalmobilmachung, die als Antwort auf die faktische Kriegserklärung der selbsternannten syrischen Übergangsregierung und ihrer Milizen gegen Nord- und Ostsyrien erfolgt war. Seit Tagen wird Rojava von diversen Dschihadistenverbänden angegriffen, die unter dem Dach der sogenannten syrischen Armee operieren und militärische Rückendeckung durch den türkischen Staat genießen. Besonders heftig wird aktuell die Umgebung von Şedadê angegriffen. Das dortige Zentralgefängnis für Mitglieder der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) wurde bereits gestürmt, die Insassen befreit.
In Hesekê formierten sich daraufhin bewaffnete Zivilgruppen zur
Unterstützung der Frontkräfte. Die Beteiligten betonten, dass der
Widerstand gegen die Angriffe nicht allein militärisch, sondern auch
gesellschaftlich geführt werden müsse. Parallel dazu veröffentlichte der
Stadtrat von Hesekê eine Erklärung, in der er „Desinformation“
anprangerte. In sozialen Medien und bestimmten Kreisen würden gezielt
Gerüchte über eine angeblich bevorstehende Attacke auf die Stadt
verbreitet mit dem Ziel, Panik zu schüren und die Bevölkerung zur Flucht
zu bewegen.
„Ziel dieser Propaganda ist es, Angst zu verbreiten, die Stadt zu
entvölkern und den Weg für Plünderung und Destabilisierung zu ebnen“,
heißt es in der Erklärung. Der Stadtrat rief die Bevölkerung auf,
standhaft zu bleiben und sich nicht von solchen psychologischen
Angriffen verunsichern zu lassen. Die Sicherheitskräfte der
Autonomieverwaltung – darunter die Behörde Asayîş, die
Gesellschaftlichen Verteidigungskräfte (HPC) und die QSD – seien mit
hohem moralischem Einsatz bereit, die Stadt und ihre Bewohner:innen zu
verteidigen.
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