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Aleppo: DAANES warnt vor Massakern und ruft zur internationalen Intervention auf

 


Die nordostsyrische Selbstverwaltung macht die Türkei und die syrische Übergangsregierung gleichermaßen für die Angriffe auf kurdische Stadtteile in Aleppo verantwortlich. Bisher sind 13 Menschen getötet worden, 64 weitere wurden verletzt.

„Ankara und Damaskus tragen direkte Verantwortung“
 
ANF / RAQQA, 9. Jan. 2026.

Die Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) hat die anhaltenden Angriffe auf die kurdisch geprägten Stadtteile Şêxmeqsûd, Eşrefiyê und Beni Zeyd in Aleppo als systematische Kriegsverbrechen verurteilt. In einer Erklärung machte sie die Türkei und die syrische Übergangsregierung unmittelbar verantwortlich.

„Die Angriffe werden gezielt von Milizen verübt, die der sogenannten Übergangsregierung angegliedert sind und unter dem Kommando des türkischen operieren“, so die DAANES. „Ihr Ziel sind bewohnte Stadtviertel, Krankenhäuser und lebenswichtige Infrastruktur. Dabei kommen gezielt Panzer, Artillerie und weitere schwere Waffen zum Einsatz. Diese Eskalation ist keine militärische Auseinandersetzung, sondern ein geplanter, gezielter Angriff auf die kurdische Bevölkerung. Alle internationalen Normen und humanitären Grundsätze werden verletzt.“

Angreifer bereit für Massaker

Besonders scharf kritisierte die Selbstverwaltung die wiederholten Angriffe auf Kliniken und medizinische Zentren in Şêxmeqsûd und Eşrefiyê. Diese Angriffe seien weder Zufall noch militärische Notwendigkeit, sondern Teil einer bewussten Strategie, um das öffentliche Leben zu zerstören und der Bevölkerung das Recht auf medizinische Versorgung zu entziehen. Die Eskalation sei ein deutliches Zeichen dafür, dass die Angreifer bereit seien, Massaker zu begehen.

Darüber hinaus lasse der Einsatz von militärischen Einheiten, die unter syrischer Flagge offen Symbole der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) tragen den Schluss zu, dass es sich um eine gezielte Strategie der Einschüchterung, Vertreibung und Zerstörung handele. „Was in Aleppo geschieht, sind keine Gefechte sondern geplante Angriffe mit dem Ziel, die Bevölkerung zu brechen“, heißt es wörtlich in der Erklärung.

Türkei gezielt verantwortlich gemacht

Die Selbstverwaltung hält die Türkei direkt für diese Verbrechen verantwortlich – nicht nur politisch, sondern auch militärisch. Ankara unterstütze die angreifenden Gruppen finanziell, logistisch und mit operativer Rückendeckung. Ziel sei es, den Willen der freien Völker zu brechen, das Projekt der Selbstverwaltung zu zerschlagen und die Region zu destabilisieren. Zugleich würdigte die Selbstverwaltung den Widerstand der Bevölkerung und der Kräfte der Inneren Sicherheit (Asayîş) gegen die Angriffe. Der Schutz der Stadtteile sei ein Akt der Würde und des Überlebens, heißt es in der Erklärung.

Aufruf an demokratische Kräfte weltweit

Die nordostsyrische Selbstverwaltung ruft alle demokratischen Kräfte weltweit, die freien Völker, sowie alle gesellschaftlichen Gruppen Syriens dazu auf, sich klar an die Seite der bedrohten Bevölkerung von Şêxmeqsûd und Eşrefiyê zu stellen. In einem dringenden Appell fordert sie zudem die internationale Gemeinschaft sowie humanitäre Organisationen auf, sich für einen sofortigen Stopp der Angriffe einzusetzen, den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten und Maßnahmen gegen weitere Massaker zu ergreifen.

Abschließend gedachte die Selbstverwaltung der getöteten Menschen, die bei den Angriffen und der Verteidigung ihrer Viertel ihr Leben verloren haben, und sprach den Familien ihr Beileid aus. Seit Beginn der gegenwärtigen Angriffswelle auf den kurdisch bewohnten Norden Aleppos sind nach Angaben der Autonomiebehörden mindestens 13 Menschen getötet und 64 weitere verletzt worden, viele davon schwer.

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