Südosttürkei: Cizîr gründet kommunalen Ökologierat
Die Stadt Cizîr richtet einen kommunalen Ökologierat ein. Bei einem öffentlichen Treffen wurden ökologische Herausforderungen diskutiert – darunter der umstrittene Staudammbau. Im November soll eine Baumpflanzaktion im Stadtgebiet starten.
Die von der DEM-Partei verwaltete Stadtverwaltung in Cizîr (tr. Cizre) hat die Gründung eines kommunalen Ökologierats beschlossen. Ziel ist es, gemeinsam mit der Bevölkerung ökologische Projekte zu planen und umzusetzen. Zuvor hatte die Kommune zu einer öffentlichen Versammlung geladen, bei der unter anderem die Umweltzerstörung in der Region und lokale Gegenmaßnahmen thematisiert wurden.
An dem am Freitag im Konferenzsaal des Rathauses abgehaltenen Treffens nahmen neben den Ko-Bürgermeister:innen Güler Tunç Yerbasan und Abdurrahim Durmuş auch Vertreter:innen politischer Parteien, zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie der Sprecher der Ökologieplattform von Şirnex (Şırnak), Adnan Şenbayram, teil.
Ökologische Zerstörung in Botan-Region
Ko-Bürgermeister Durmuş betonte in seiner Ansprache die Bedeutung ökologischer Prinzipien für eine nachhaltige Stadtentwicklung: „Die Entscheidungen, die wir heute gemeinsam treffen, werden wir zügig in konkrete Projekte überführen“, sagte er.
Diskussionen über Umweltzerstörung und Gegenmaßnahmen | Foto: Pressedienst Stadt Cizîr
Seine Amtskollegin Tunç Yerbasan verwies auf die zunehmende Umweltzerstörung in der Region Botan: „Die ökologischen Schäden nehmen zu. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, ihnen entschlossen entgegenzutreten“, so die Politikerin.
Kritik am Cizre-Staudamm
In der Diskussion äußerten sich mehrere Teilnehmer:innen kritisch zum im Bau befindlichen „Cizre-Staudamm“, der bereits in der Vergangenheit aufgrund seiner ökologischen und sozialen Auswirkungen umstritten war. Viele sprachen sich für eine stärkere lokale Mitsprache und transparente Umweltprüfung öffentlicher Projekte aus.
Gründung eines Ökologierats
Als zentrales Ergebnis des Treffens wurde beschlossen, innerhalb der Stadtverwaltung einen Ökologierat zu etablieren. Dem neuen Gremium sollen Vertreter:innen aller beteiligten Institutionen angehören. Eine vorbereitende Kommission wurde bereits eingesetzt. Zudem kündigte die Stadt eine Baumpflanzkampagne für den November an, die sich über das gesamte Stadtgebiet erstrecken soll. Damit wolle man nicht nur ein ökologisches Zeichen setzen, sondern auch das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung stärken.
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