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Suweida: Bevölkerung fordert Abzug von Regierungstruppen

 


In Suweida fordern Hunderte Demonstrierende den Abzug syrischer Regierungstruppen und kritisieren Repression und Blockadepolitik. Auch die neue Untersuchungskommission zum jüngsten Blutvergießen steht wegen mangelnder Transparenz in der Kritik.

 
ANF / SUWEIDA, 1. Aug. 2025.

In der drusisch geprägten Stadt Suweida im Süden Syriens haben hunderte Menschen am Freitag gegen die Präsenz der Truppen der islamistischen Übergangsregierung in der Region protestiert. Aufgerufen zu der Demonstration auf dem zentralen Al-Karama-Platz hatten mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen in der Provinz.

Die Teilnehmenden kritisierten die Repression und Gewalt gegen die drusische Gemeinschaft sowie die wirtschaftliche Isolation Suweidas. Auf mitgeführten Bannern wurde unter anderem ein Ende der von der selbsternannten Regierung verhängten Blockade gefordert sowie die Einrichtung eines humanitären Korridors in Richtung Jordanien.

„Die Präsenz dieser Kräfte in unserer Stadt widerspricht dem Willen des Volkes“, erklärte ein Sprecher im Namen der Protestierenden. Die Demonstrierenden forderten den sofortigen Rückzug aller regierungsnahen Einheiten aus Suweida und sprachen dem neuen Regime in Damaskus die Legitimität in der Region ab.


Kritik an Untersuchungskomitee nach Massakern

Im Zentrum der Kritik stand zudem eine von Damaskus eingesetzte Kommission zur Aufklärung der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Dschihadisten und Beduinen auf der einen Seite und Drus:innen auf der anderen Seite, die im zurückliegenden Monat über 1.400 Menschenleben forderten.

Die gestern angekündigte siebenköpfige „Kommission zur Untersuchung der Ereignisse von Suweida“ – bestehend aus Juristen, Richtern und einem Vertreter des Militärs – sei weder unabhängig noch transparent, so der Vorwurf. Die Protestierenden forderten eine echte, internationale Untersuchung der Menschenrechtsverletzungen in der Region und die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen.

Zweifel an Unparteilichkeit des Gremiums

Die selbsternannte Übergangsregierung hatte nach den Gefechten und Massakern in Suweida angekündigt, die Vorfälle aufarbeiten zu lassen. Die eingesetzte Kommission soll ihre Ergebnisse binnen drei Monaten vorlegen, hieß es von Seiten des Innenministeriums. Kritiker:innen zweifeln jedoch an der Unparteilichkeit des Gremiums.

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