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Hilfskampagne für Brandopfer in Kurdistan

 


Die durch Nachlässigkeit und Ignoranz der türkischen Behörden ausgelöste Brandkatastrophe in Nordkurdistan hat zwölf Menschen das Leben gekostet. Der kurdische rote Halbmond hat eine Spendenkampagne gestartet.

Mehr Tote als bisher bekannt

Heyva Sor a Kurdistanê e.V. hat nach dem Großbrand in den Provinzen Mêrdîn (tr. Mardin) und Amed (Diyarbakir) eine Hilfskampagne gestartet. „Lassen wir die Brandopfer nicht allein!“ appellierte die kurdische Rothalbmondorganisation in Troisdorf in einem Spendenaufruf.

Bei dem am Donnerstagabend durch eine defekte Stromleitung in den Landkreisen Şemrex (Mazıdağı) und Xana Axpar (Çınar) ausgebrochenen Flächenbrand sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer konnte erst am Freitagmorgen unter Kontrolle gebracht werden. Zuvor hatte sich der Brand durch mehr als ein Dutzend Weiler und Dörfer gefressen. Der Feuerwehr zufolge brannten etwa tausend Hektar landwirtschaftliche Fläche ab, auch unzählige Tiere sind verbrannt.

Bürgermeisterin geht von zwölf Toten aus

Während der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca zunächst fünf Todesopfer und 44 Verletzte bestätigte, warf die Ko-Bürgermeisterin von Şemrex den Behörden Desinformation zum Ausmaß der Katastrophe vor. Kudret Uçuk (DEM) erklärte am Freitagnachmittag, sie gehe von zwölf Toten aus. Darunter seien vermutlich mehrere Hirten und Dorfbewohner:innen, die bei Löschversuchen verbrannt seien.

„Die Menschen aus den Dörfern haben unter Lebensgefahr mit eigenen Mitteln versucht, die Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Wir haben bis zum Morgen etliche Male Löschhubschrauber, Feuerwehr und Krankenwagen angefordert. Außer unseren eigenen Kommunalverwaltungen, unseren eigenen Leuten, hat niemand darauf reagiert. Wir haben keine Antwort auf unsere Anfragen bekommen“, sagte die Bürgermeisterin. Es gebe mindestens zehn Schwerverletzte mit lebensgefährlichen Brandwunden. Erst nachdem sich das Feuer auf eine riesige Fläche ausgebreitet hatte, sei der Katastrophenschutz angerückt, sagte Kudret Uçuk. „Alles ist offenen Auges geschehen: Der Ausbruch des Feuers, die Ausbreitung, die Todesopfer... Dass die staatlichen Mechanismen auf unsere Anforderungen nicht reagiert und nicht interveniert haben, hat das Ausmaß der Katastrophe vergrößert.“

Das bestätigte auch Heyva Sor a Kurdistanê und rief zur Unterstützung auf: „Bis zum letzten Moment wurde seitens der Dorfbewohner:innen versucht, das Feuer mit begrenzten Mitteln zu löschen. Die Nachlässigkeit der türkischen staatlichen Institutionen hat jedoch zu einer Vielzahl von Problemen geführt. Wie bei allen früheren Katastrophen haben wir umgehend Maßnahmen ergriffen, um den Betroffenen zu helfen. Wir möchten Sie daher bitten, die Brandopfer mit finanziellen Zuwendungen zu unterstützen, um ihre Bedürfnisse schnellstmöglich zu decken.“


Heyva Sor a Kurdistanê e. V.
Kreissparkasse Köln
IBAN: DE49 3705 0299 0004 0104 81
BIC/SWIFT: COKSDE33XXX
Verwendungszweck: Hilfe für die Brandopfer
PayPal: paypal.me/heyvasorakurdistane

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