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Iran: Menschenrechtlerin Nasrin Sotoudeh aus Haft entlassen


Im Oktober wurde die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh bei der Beerdigung der Kurdin Armita Geravand festgenommen, die nach einer gewaltsamen Begegnung mit „Sittenwächterinnen“ ins Koma gefallen und gestorben war. Nun ist sie wieder frei.

Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh ist aus dem Teheraner Evin-Gefängnis entlassen worden. Das teilte die US-amerikanische NGO Center for Human Rights in Iran am Mittwochabend auf der Online-Plattform X (früher Twitter) mit. Wie Sotoudehs Ehemann Reza Khandan auf X schrieb, erfolgte ihre Freilassung am Mittwoch gegen Kaution und vor einem Gerichtstermin. Khandan und die NGO veröffentlichten auch ein Foto, auf dem Sotoudeh mit drei Männern zu sehen ist und kein Kopftuch trägt.

Sotoudeh befand sich seit Ende Oktober im berüchtigten Evin-Gefängnis in Irans Hauptstadt. Sie wurde bei der Beerdigung der Kurdin Armita Geravand festgenommen, die im vergangenen Monat nach einer gewaltsamen Begegnung in der U-Bahn mit iranischen Sittenwächterinnen ins Koma gefallen und gestorben war. Wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete, wird Sotoudeh vorgeworfen, bei der Beerdigung der 16-jährigen Geravand gegen die Kopftuchpflicht verstoßen zu haben.

Die 60 Jahre alte Nasrin Sotoudeh ist Rechtsanwältin, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin. Sie und ihr Mann Reza Khandan gehören zu den einflussreichsten Menschenrechtler:innen in Iran. Beide waren in den vergangenen Jahren mehrfach im Gefängnis und sind wiederholt zu Haftstrafen und Berufsverboten verurteilt worden. Sotoudeh wurde 2020 der Alternative Nobelpreis zugesprochen. 2012 erhielt sie den Sacharow-Preis für geistige Freiheit des Europäischen Parlamentes.

 

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