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Impressionen vom Einsatz der YSP-Wahlkomitees in den Dörfern Ameds


Die Wahlkomitees der Grünen Linkspartei (Yeşil Sol Parti, YSP) haben sich zum Ziel gesetzt, jede Stadt, jedes Dorf und jeden noch so abgelegenen Weiler in Nordkurdistan und der Türkei zu besuchen. Eine Wahlbeobachterin aus Europa schildert ihre Eindrücke.

Die Wahlkomitees der Grünen Linkspartei (Yeşil Sol Parti, YSP) in Nordkurdistan und der Türkei haben sich zum Ziel gesetzt, jede Stadt, jedes Dorf und jeden noch so abgelegenen Weiler zu besuchen. In der Region Amed (tr. Diyarbakır) machen sich Wahlkämpfer:innen der Partei jeden Tag mit einem Autokonvoi auf den Weg. An der Spitze fährt ein großes Auto mit Freiwilligen und jeder Menge Wahlkampfmaterial, Aufklebern und Plakaten und geschmückt mit YSP-Fahnen. Aus den Lautsprechern tönt laute kurdische Musik. Noch vor Ankunft in den Dörfern kommen Kinder und Jugendliche und begleiten das Wahlkomitee auf Fahrrädern, schwenken Parteifahren und machen das Siegeszeichen.

Eine europäische Wahlbeobachterin* berichtet: „Jeden Tag erleben wir unglaubliche Szenen. Manche scheinen bedeutungslos zu sein, aber sie sagen viel aus über die Stimmung hier. Heute habe ich den ganzen Tag in einem Wahlkampfbus verbracht, unzählige Male vor allem Kindern mit dem Bijî-Zeichen geantwortet und gewunken. Gerade eben ist ein Junge eine Fahne schwenkend auf seinem Fahrrad unserem Wahlkampfbus gefolgt und mit einem Taxi direkt neben uns zusammengestoßen. Es ist nichts passiert, er war unverletzt. Die Leute ringsherum haben sich vergewissert, dass es ihm gut geht. Anstatt ihn anzuschreien, wie es jeder Autofahrer in Deutschland tun würde, weil er sich mehr um sein Auto sorgt als um das Kind, kam der Taxifahrer heraus, lächelte und küsste mehrmals den Kopf des Jungen, weil er froh war, dass dieser unverletzt blieb.“
Die Wahlkämpfer:innen müssen den Dorfbewohner:innen immer wieder nicht nur das Procedere der Wahl und die Wahlkampfstrategie erklären, sondern auch die Hintergründe, dass die HDP jetzt unter dem Banner von Yeşil Sol auftritt und warum sie ihre Stimme für die Wahl zum Präsidentenamt dem Kandidaten der CHP geben sollen in der Hoffnung, dass damit Erdogan abgewählt wird. „Es ist nicht einfach, das komplizierte Wahlsystem und die eigene Wahlkampfstrategie zu erläutern, doch die Kandidat:innen und die vielen Freiwilligen leisten großartige und geduldige Arbeit, um das faschistische und kolonialistische Regime der AKP/MHP zu besiegen“, resümiert die Wahlbeobachterin.

*Es handelt sich nicht um eine offizielle Wahlbeobachterin, sondern um ein Mitglied einer Reisegruppe, die auf Einladung der HDP und YSP die Wahlen beobachten wird. Um sie vor Verfolgung der türkischen Behörden zu schützen, begrenzen wir die Informationen zu ihrer Person.

 

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