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In Stuttgart Bäume gepflanzt zur Erinnerung an die „Ogoni-Nine“, Ella Nik Bayan und Seher Deniz


Internationalist:innen aus Stuttgart haben Bäume in Erinnerung an die „Ogoni-Nine“, Ella Nik Bayan und Seher Deniz gepflanzt. Die Obstbäume werden für den Kampf für Gerechtigkeit und Freiheit auf der ganzen Welt erblühen.

Am Samstag wurden in Stuttgart im Gemeinschaftsgarten "Kleine Wildnis" drei Bäume zur Widmung an die „Ogoni-Nine“, Ella Nik Bayan und Seher Deniz gepflanzt. Die jungen Obstbäume stehen für drei Bewegungen, die auf der ganzen Welt für Gerechtigkeit und Freiheit kämpfen. Zu allen drei wurden Reden gehalten und aus ihren Kämpfen und Leben berichtet. Internationalist:innen aus Stuttgart stellen sie im folgenden vor:

„Ogoni-Nine“

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Die „Ogoni-Nine“ sind neun Aktivisten aus dem Volk der Ogoni aus Nigeria: Ken Saro-Wiwa, Saturday Dobee, Nordu Eawo, Daniel Gbooko, Paul Levera, Felix Nuate, Baribor Bera, Barinem Kiobel und John Kpuine. Sie sind Teil des Widerstands des Ogoni-Volkes aus Nigeria gegen den Kolonialismus und den Öl-Konzern Shell. In den 1950er Jahren wurde in Nigeria Öl gefunden. Der weiße Kolonialismus beginnt, das Öl und das Land auszubeuten. Der Mineralöl- und Erdgas-Gigant Shell holt das Öl aus dem Boden. Das zerstört die Natur in Nigeria und auf dem Ogoniland extrem. Auch die Lebensgrundlage des Volks der Ogoni und vieler weiterer Völker wird zerstört.

 

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Das Volk der Ogoni wehrt sich gegen Shell und gegen den Abbau des Öls. Sie organisieren einen starken Widerstand gegen Shell. Im November 1995 werden die neun Aktivisten, die „Ogoni-Nine“, von der Militärdiktatur zur Unterstützung für Shell gehängt. Die „Ogoni-Nine“ sind mit der gleichen ökologischen und sozialen Krise verbunden, die wir heute noch erleben. Sie haben gegen den gleichen Kolonialismus und Kapitalismus gekämpft, der auch heute die Welt und seine Bewohner:innen dem Profit opfern will. Aus ihrem Widerstand erwächst die Kraft, die wir aufbringen werden, die ökologische Wunde des Planeten zu heilen. So wie dieser Obstbaum soll auch unser ökologischer Kampf die Erde durchwurzeln und den Menschen ein lebenswerte Zukunft ermöglichen.

Ella Nik Bayan


Ella Nik Bayan flieht 2014 aus dem Iran. Viele Menschen halten Ella für einen Mann, aber sie fühlt sich als Frau. Weil sie im Iran als Frau nicht akzeptiert wird, geht sie zu Fuß nach Europa. Ella ist eine Trans-Frau. In Deutschland hofft sie auf ein freies Leben. Sie lebt zunächst in Magdeburg. Dort hilft sie anderen Menschen mit der Sprache und dem Papierkram.

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Sie hat ein ökologisches Bewusstsein, darum arbeitet sie mit in einem öffentlichen Garten. Aber auch in Deutschland wird sie angefeindet. Sie wird von arabischen Jugendlichen bespuckt und auf einem deutschen Amt wird sie angeschrien, dass sie ein Mann sei. Ella akzeptiert die Diskriminierung nicht. Im September 2021 verbrennt sie sich öffentlich auf dem Alexanderplatz in Berlin.

Seit zwei Monaten findet im Iran eine Frauenrevolution statt. Auch Ellas Kampf steht für diese Revolution. Der Obstbaum ist Ella und den mutigen Frauen im Iran gewidmet. Möge ihr Kampf Früchte tragen und der Welt Freiheit und Gerechtigkeit schenken, so wie uns die Frauen aus dem Iran mit Mut und Hoffnung beschenkt haben.

Şehîd Seher Deniz

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Şehîd Seher Deniz ist in Deutschland groß geworden, nachdem sie in den 1990er Jahren mit ihrer Familie aus Kurdistan fliehen musste. In ihrer Jugend lernt sie die Geschichte der Kurd:innen und ihrer Familie kennen. Sie akzeptiert die Angriffe auf die Frauen und den Mord an ihrem Onkel nicht.
Als Jugendliche geht sie zurück nach Kurdistan und kämpft gegen die Besatzung des türkischen Militärs und für die Befreiung der Frauen. In einem Brief an ihre Familie schreibt sie, wie wertvoll die Zeit in den Bergen Kurdistans für sie ist und welche Liebe und Dankbarkeit sie jetzt aus der Ferne für ihre Familie empfindet. Im Juli 2022 wurde sie bei einem türkischen Luftangriff ermordet. Möge dieser Obstbaum erblühen und der Natur Kraft schenken, so wie uns Şehîd Seher Deniz beschenkt hat und es für immer und ewig tun wird.

 

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