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Die Deutsche Gesellschaft für Rechtsmedizin unterstützt Forderung nach C-Waffenuntersuchung


Die Deutsche Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM) fordert die Freilassung der in der Türkei verhafteten Ärztekammerpräsidentin Şebnem Korur Fincancı und unterstützt die Forderung nach einer Untersuchung des möglichen Verstoßes gegen das C-Waffenverbot.

Die Verhaftung der Präsidentin der Ärztekammer in der Türkei, Şebnem Korur Fincancı, hat weltweit Proteste ausgelöst. Auch der Vorstand und Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM) reagieren mit großer Sorge und Empörung auf die Inhaftierung ihrer Kollegin und langjährigen Aktivistin für Menschenrechte.

„Die Verhaftung erfolgte im Anschluss an eine Erklärung von Prof. Sebnem Korur Fincanci über einen möglichen Einsatz von Chemiewaffen durch die türkische Armee im Nordirak und die Notwendigkeit einer unabhängigen Untersuchung. Die Forderung nach einer solchen Untersuchung eines möglichen Einsatzes von Chemiewaffen ist nicht nur Ausdruck der allgemeinen Meinungsfreiheit, sondern auch ein zentrales Anliegen der forensischen Arbeit und steht damit im Einklang mit den Zielen und Werten unserer Gesellschaft. In diesem Sinne fordern wir die sofortige Freilassung von Prof. Sebnem Korur Fincanci und unterstützen die Forderung nach einer gründlichen unabhängigen Untersuchung des möglichen Verstoßes gegen das Chemiewaffenverbot“, erklärt die DGRM.

Stefanie Ritz-Timme für den Vorstand der DGRM fügt in einem Schreiben an Kolleg:innen und Mitglieder hinzu: „Vielleicht kennen einige unter Ihnen unsere türkische Kollegin Frau Prof. Sebnem Korur Fincanci, die lange als Rechtsmedizinerin in Istanbul tätig war und derzeit Präsidentin der türkischen Ärztekammer ist (beziehungsweise war). Seit Jahrzehnten beschäftigt sie sich mit Menschenrechtsfragen, die wir als Rechtsmediziner/innen sehr gut kennen. So hat sie das Thema Folter in der Türkei früh publik gemacht und sich der Versorgung von Folterüberlebenden gewidmet, sie war außerdem maßgeblich an der Entwicklung des so genannten Istanbul Protokolls beteiligt, das auch die Bundesrepublik Deutschland ratifiziert hat. Wegen ihrer Aktivitäten zu Menschenrechten war sie schon mehrfach in Haft. Aktuell ist sie wieder verhaftet worden, weil sie eine Untersuchung fraglicher Giftgaseinsätze der Türkei im Nordirak gefordert hat - es wird ihr die Unterstützung von Terror vorgeworfen.“

Şebnem Korur Fincancı ist am 27. Oktober in Ankara verhaftet worden, weil sie nach der Sichtung von Aufnahmen sterbender Guerillakämpfer:innen eine Untersuchung der Chemiewaffeneinsätze der türkischen Armee in Kurdistan öffentlich befürwortet hat.

 

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