Workers Against Sectarianism zur Militäroffensive der Türkei im Nordirak


Statement: Workers Against Sectarianism zur Militäroffensive der Türkei im Nordirak

Workers Against Sectarianism (WAS) ist eine Gruppe von Aktivist*innen, die sich im Zuge der 2019 Protestbewegung im Irak in Bagdad gegründet hat. Sie kommentieren in ihrem aktuellen Statement die Bombardierung der kurdisch-irakischen Gebiete.


20.04.2022

“Die türkische Regierung hat angekündigt, die PKK im Nordirak zu bombardieren und zu verfolgen, und zwar im Einvernehmen mit der irakischen Regierung und der kurdischen Regionalregierung. Dieses Mal ist die türkische Armee weit in den Irak bis zur Stadt Dohuk vorgedrungen und hat die Dörfer rund um die Stadt bombardierte. Dabei starben mehrere Zivilist*innen.

Diese türkische Besatzungspolitik verärgert die irakische Gesellschaft im Allgemeinen. Sie verstärkt ihr Gefühl, dass der Irak keine staatliche Souveränität hat, weil einerseits der Iran und seine Milizen im Irak intervenieren und andererseits die Türkei zusätzlich zur amerikanischen Kontrolle des Irak kurdische Gebiete bombardiert und besetzt. Iraker*innen haben das Gefühl, keine Heimat, keine Souveränität und keine politische Vertretung in der Regierung zu haben und dass sie einem diktatorischen Staat ausgeliefert sind.

Auf dem Tahrir-Platz in Bagdad protestierten viele Menschen gegen die türkische Intervention im Nordirak und gegen die iranische Einflussnahme. Bislang hat die irakische Regierung keine Stellungnahme dazu abgebeben. Die türkische Regierung erklärte indes, dass ihr Vorgehen im Rahmen des Sicherheitsabkommens stattfindet, das die Türkei sowohl mit dem Irak als auch mit der Regionalregierung Kurdistans unterzeichnet hat.

Heute organisieren Aktivist*innen ein “Zentralkomitee für Proteste”, mit dem Ziel sich entschieden gegen die türkische Besatzung im Besonderen sowie gegen die andauernde Einmischung in die irakische Souveränität im Allgemeinen von allen Seiten zu wehren. In einer kürzlich veröffentlichten Erklärung verurteilt dieses Komitee die türkischen Militäreinsätze in der kurdischen Region und kündigte an, dass eine Delegation die türkische Botschaft in der Grünen Zone in Bagdad besuchen und dort die Erklärung offiziell überreichen werde. Sollte die türkische Regierung nicht auf die Forderungen der Demonstrierenden eingehen und sich nicht aus der Region Kurdistan zurückziehen, wird das Zentralkomitee eine Großdemonstration vor der türkischen Botschaft organisieren.

Unsere Solidarität gilt dem kurdischen Volk gegen Erdogans Diktatur!”

Workers Against Sectarianism

 

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