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Botan: Der Feind kommt nicht in die Tunnel


Nach Angaben des HPG-Kommandanten Rûstem Botan scheitert die türkische Armee an der modernisierten Taktik der Guerilla und kann weiterhin nicht in die unterirdischen Verteidigungsstellungen vorrücken. Auch in Werxelê dauert der Widerstand an.

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11:00

Die türkische Armee ist angesichts der modernen Guerillataktik hilflos und kann trotz zahlloser Chemiewaffeneinsätze nicht in die Tunnelanlagen eindringen. Das teilt Rûstem Botan, einer der Kommandanten der Volksverteidigungskräfte (HPG), zum aktuellen Stand der türkischen Militäroperation in Südkurdistan mit.

„Die Guerilla ist in den letzten sechs Jahren entsprechend der aktuellen Erfordernisse neu aufgestellt worden. Dagegen ist der türkische Staat hilflos. Der Feind hat zwar seine Kriegstechnologie ausgebaut, aber die Guerilla hat Taktiken und Methoden entwickelt, mit denen diese Technologie ausgehebelt wird“, erklärt Botan gegenüber ANF.

Der Guerillakommandant erinnert an die Gefallenen von Werxelê, Girê Sor und Zendura und weist darauf hin, dass der heutige Widerstand auf einer vierzigjährigen Erfahrung beruht. Der Kampf werde heute auf beispiellose Weise mit der traditionellen Devise „Widerstand heißt Leben“ im Zagros-Gebirge fortgesetzt.

Gegen die Guerilla ist alles versucht worden

Botan sagt, dass die Angriffe des türkischen Staates seit 2016 stark zugenommen haben: „Er setzt alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel ein, um die Guerilla zu eliminieren. Es gibt nichts, was er noch nicht ausprobiert hätte. Trotzdem kann er keine Ergebnisse erzielen. Insbesondere seit 2018 scheitert er an der neu strukturierten Guerilla. Weder Drohnen noch Kampfjets und chemisches Gas haben zu einem Ergebnis geführt. Er kann auch die Aktionen der Guerilla nicht verhindern.“

Die Guerilla befindet sich nicht nur in Verteidigungsposition

Rûstem Botan weist auf die mit moderner Waffentechnologie einschließlich chemischer Kampfstoffe ununterbrochen durchgeführten Angriffe des türkischen Staats in den vergangenen sechs Monaten hin und erklärt: „Der Feind hat verschiedene schmutzige Kriegsmethoden angewandt, um die Tunnel einzunehmen. Selbst in zwischenstaatlichen Kriegen gibt es nicht so viele Waffen und Angriffe. Wir ziehen daraus den Schluss, dass der türkische Staat gegenüber der Taktik und des Kampfes der Guerilla hilflos ist. Der Staat kann den Widerstand nicht brechen und greift daher zu Chemiewaffen und weiteren schmutzigen Methoden. Selbst angesichts der Chemiewaffenangriffe zeigt sich die Guerilla nicht hilflos und hat mit verschiedenen Techniken und Taktiken Sabotageaktionen durchgeführt.

Die Guerillaaktionen haben wichtige Ergebnisse hervorgebracht. Angeführt wird der Kampf dieser Zeit von der YJA Star. In Wan, Gever, Botan, Metîna und im Zagros hat die Frauenguerilla eigene Aktionen durchgeführt. Die Guerilla verharrt nicht in einer Verteidigungsposition. Sie verteidigt sich selbst und führt an vielen Orten Aktionen gegen den Feind durch. An vielen Stellen wurden dem Feind Verluste zugefügt und es wurden Waffen und Munition erbeutet. Das ist das Ergebnis der Erneuerung der Guerilla.“

Entwicklungen in der Guerillataktik

„Die Guerilla organisiert sich nach der Philosophie der Apocu und hat in den letzten sechs Monaten einen unerbittlichen Widerstand geleistet“, sagt der HPG-Kommandant und fährt fort: „Unsere Kämpferinnen und Kämpfer haben den Erfolg des Feindes am Mamreşo und in den Gebieten Şehîd Serdar und Zendura verhindert. Am Girê Sor und in Werxelê ist ein großer Widerstand an den Tag gelegt worden. Der von Heval Botan angeführte Widerstand am Girê Sor war großartig. Bei jedem Vormarschversuch hat der Feind Verluste erlitten und musste sich zurückziehen. Der Widerstand in Werxelê dauert seit nunmehr vier Monaten an. Der Feind kann nicht in die Tunnel eindringen. Die Freundinnen und Freunde führen verschiedene Aktionen gegen den Feind durch. In taktischer Hinsicht gibt es wichtige Entwicklungen. Im Tunnelkrieg und im Kampf spezialisierter Guerillaeinheiten im Gelände sind neue Taktiken gezeigt worden. Das geht in allen Kampfgebieten so weiter. Sowohl in den Tunneln als auch im Gelände verpassen die Freundinnen und Freunde dem Feind große Schläge und verhindern, dass er weiterkommt.“

Wir sind stolz auf diese Willensstärke“

Der Kampf der Guerilla in den Kriegsgebieten sei ein Anlass zum Stolz, fügt der HPD-Kommandant Rûstem Botan hinzu: „Momentan beobachten alle freiheitsliebenden Völker den Widerstand von Werxelê. Wir denken ständig an unsere Freundinnen und Freunde. Ihr Willen und ihre Haltung machen uns stolz. Der mit Heval Şoreş in Siyanê [in der Region Gare im Februar 2021] entstandene Geist lebt heute im Zagros weiter und dem Feind werden große Schläge versetzt. Die Guerilla folgt den Spuren der Revolutionen. Ihr Kampf wird in jedem Fall Ergebnisse hervorbringe

 

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