Direkt zum Hauptbereich

Sechsmonatige HPG-Bilanz zum Krieg in Südkurdist

Laut einer Bilanz der HPG zur türkischen Invasion in Südkurdistan hat die Türkei ihren Besatzungsplan nicht umsetzen können und trotz technologischer Überlegenheit und des Einsatzes von verbotenen Chemiewaffen eine Niederlage erlitten.

Das Pressezentrum der Volksverteidigungskräfte (HPG) hat eine sechsmonatige Bilanz der türkischen Invasion in den Medya-Verteidigungsgebieten in Südkurdistan veröffentlicht. Die HPG stellen darin fest, dass die Türkei ihren Besatzungsplan nicht umsetzen konnte und trotz technologischer Überlegenheit und des Einsatzes von verbotenen Chemiewaffen eine Niederlage erlitten hat. Seit Jahresbeginn sind 38 Kämpferinnen und Kämpfer in Südkurdistan durch Giftgas ums Leben gekommen. In den vergangenen sechs Monaten sind 101 Guerillakämpfer:innen im Widerstand gegen die türkische Besatzung in den Regionen Avaşîn, Metîna und Zap gefallen. Die türkischen Verluste belaufen sich laut HPG auf 670 Angehörige der bei der Invasion eingesetzten Truppen, darunter neben Soldaten auch Kontras und Söldner.

Zur Bilanz für den Zeitraum zwischen dem 23. April und 23. Oktober erklären die HPG: „Im Rahmen der revolutionären Offensiven Bazên Zagrosê und Cenga Xabûrê hat in den Regionen Avaşîn, Metîna und Zap ein legendärer Widerstand stattgefunden, der jetzt in den siebten Monat tritt. Diese Kriegsphase wurde in jedem Moment mit unerbittlichem Widerstand und dem Geist der Apocu geführt und hat wichtige Ergebnisse hervorgebracht.

Die Ergebnisse der sechsmonatigen Kriegsbilanz sind ein konkreter Beweis dafür, dass der türkische Staat seinen Plan nicht wie gewünscht umsetzen konnte und bei diesem Angriff eine Niederlage erlitten hat. Obwohl moderne Waffentechnologie und Chemiewaffen eingesetzt wurden und die PDK verschiedene Versuche gegen die Guerilla unternommen hat, kann das AKP/MHP-Regime nicht das gewünschte Ergebnis verzeichnen und ist besiegt worden.“ Dadurch habe sich die Systemkrise des türkischen Regimes verschärft, so die HPG.

323 festgestellte Chemiewaffenangriffe

Einen besonderen Stellenwert in der HPG-Bilanz nimmt der Chemiewaffeneinsatz der türkischen Armee in den vergangenen sechs Monaten ein. Die HPG weisen jedoch darauf hin, dass bereits im Februar dieses Jahres bei der Militäroperation in Gare sechs Kämpfer:innen durch Giftgas ums Leben gekommen sind. Bei der andauernden Invasion in Avaşîn, Metîna und Zap seien die türkischen Bodentruppen und die Luftwaffe erneut an der modernen Guerillataktik gescheitert, die Armee habe daher auf Chemiewaffen zurückgegriffen. Innerhalb von sechs Monaten sind 323 Chemiewaffenangriffe auf Guerillastellungen festgestellt worden. Die HPG gehen jedoch von einer noch höheren Anzahl aus und weisen darauf hin, dass die Türkei durch das internationale Schweigen zu Kriegsverbrechen ermutigt wird. Seit September wird ein neuer chemischer Kampfstoff eingesetzt, der laut HPG zu weitflächigen schweren Schäden führt.

Gefallene der Guerilla

Zu den eigenen Verlusten teilen die HPG mit: „In der sechsmonatigen Kriegsphase sind in den Gebieten Avaşîn, Metîna und Zap 101 Genossinnen und Genossen gefallen, davon 32 bei Chemiewaffenangriffen. Zusammen mit den sechs Weggefährt:innen, die im Februar 2021 in Gare gefallen sind, beläuft sich die Anzahl unserer Gefallenen bei Chemiewaffenangriffen des türkischen Staates in diesem Jahr auf 38.“

Angriffe auf zivile Siedlungsgebiete

Betroffen von den Angriffen seien jedoch nicht nur die Guerillagebiete, sondern auch besiedelte Gegenden: „Nicht nur die Medya-Verteidigungsgebiete wurden täglich intensiv bombardiert, sondern auch zivile Siedlungen, Dörfer, Gärten, Anbauflächen und Autos in Südkurdistan. Unser Volk in Başûrê Kurdistanê hat dabei neben ernsten materiellen Schäden auch Gefallene zu beklagen.“

Die HPG weisen in ihrer Bilanz darauf hin, dass der Infanterist Sezai Güngör im September von seiner eigenen Einheit getötet worden ist, als er sich in der Zap-Region der Guerilla ergeben wollte.

(gekürzt)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Bericht aus dem türkisch kontrollierten Teil Nordsyriens: Selbstorganisiert bauen statt absaufen im Winter

15 Beatmungsgeräte nach Rojava geliefert